Personalien

Erzbischof Edmond Y. Farhat (Foto: Kathbild/Rupprecht) ist tot. Der emeritierte Nuntius starb am 17. Dezember nach langer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Der am 20. Mai 1933 in Ain Kfaa im Libanon geborene Farhat wurde 1959 vom Patriarchen von Antiochia zum Priester der unierten maronitischen Kirche geweiht. Nach seinem Studium der Philosophie, der Theologie und des Kirchenrechts in Paris und Rom wurde der promovierte Theologe an die römische Kurie berufen, wo er von 1967 bis 1989 Mitarbeiter und schließlich Untersekretär des Generalsekretariats der Bischofssynode war. Von 1970 bis 1989 unterhielt der libanesische Geistliche eine Professur für Islamisches Recht an der Staatlichen Universität von Sassari, bevor er in den Diplomatischen Dienst des Vatikan eintrat. Seine ersten Stationen führten ihn als Apostolischen Delegaten und Apostolischen Pro-Nuntius nach Libyen, wo er mit dem damaligen Präsidenten Muammar al-Ghadafi Verhandlungen führte, sowie nach Tunesien und Algerien. Papst Johannes Paul II. weihte ihn am 20. Oktober 1989 zum Titularerzbischof von Byblus. Von 1995 bis 2005 wirkte der polyglotte Kenner der christlichen wie muslimischen Kultur, der arabaischen Welt wie der westlichen Welt als Nuntius in Slowenien, Mazedonien, Turkmenistan, in der Türkei und schließlich in Österreich, bevor Papst Benedikt 2009 seinen altersbedingten Rücktritt annahm. Farhat hat sich im Nahen Osten wie in der Türkei immer wieder für den Schutz der christlichen Minderheiten und die Religionsfreiheit eingesetzt, die die Freiheit einschließt, die Religion zu wechseln. Im geistigen Vakuum des Westens und dem Schwinden des christlichen Glaubens in Europa sah er die Hauptgefahr in der Auseinandersetzung mit dem Islam, in einer klaren christlichen Identität die Voraussetzung für einen Dialog auf Augenhöhe. Bis zuletzt feierte er täglich die Eucharistie in der Kirche Sant?Anna im Vatikan.

Josef Sayer, langjähriger Hauptgeschäftsführer von Misereor, hat am Montag das 75. Lebensjahr vollendet. Der am 19. Dezember 1941 in Apatin im heutigen Serbien geborene Geistliche leitete das katholische Hilfswerk von 1997 bis 2012. Nach einem Studium der Theologie und Philosophie in Tübingen und Rom sowie einem Studium der Sozialwissenschaften und Geschichte in Konstanz lebte Sayer von 1981 bis 1988 in Peru. Von 1988 bis 1998 lehrte er als Professor für Pastoraltheologie im Schweizerischen Fribourg. Als zentrale Herausforderungen sieht Sayer, der weiterhin in der Entwicklungshilfe beratend tätig ist, den Umweltschutz und die Bewältigung der sozialen Krise.

Josef Ammer (62), Offizial des Bistums Regensburg, berät den Vatikan künftig im Umgang mit katholischen Universitäten und anderen kirchlichen Bildungseinrichtungen. Wie das vatikanische Presseamt am Samstag mitteilte, berief Papst Franziskus den Kirchenrechtler zum Berater der Kongregation für das katholische Bildungswesen. Der gebürtige Regensburger war von 1991 bis 1998 bereits Mitarbeiter dieser vatikanischen Behörde. An der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom erwarb er 1993 den Doktortitel im Kirchenrecht mit einer Arbeit zum Hochschulrecht der katholischen Kirche. 1998 ging Ammer als Vizeoffizial nach Regensburg zurück. Seit 2006 ist er Offizial des Bistums und steht damit dessen Kirchengericht vor. Nach der Priesterweihe verbrachte Ammer seine Kaplansjahre von 1980 bis 1984 im oberpfälzischen Weiden. Anschließend war er bis 1989 Präfekt am dortigen Bischöflichen Studienseminar. Zusammen mit Ammer ernannte der Papst 19 weitere Berater. Unter ihnen ist der in Rom lehrende deutsche Kirchenrechtler und Jesuit Ulrich Rhode sowie der französische Dominikaner Benoit-Dominique de La Soujeole, der an der Universität von Freiburg in der Schweiz wirkt. Leiter der vatikanischen Bildungskongregation ist der italienische Kurienkardinal Giuseppe Versaldi.