Personalien

Gertraud Wallbrecher, Gründerin der Katholischen Integrierten Gemeinde, ist tot. Im Alter von 93 Jahren starb sie nach langer Krankheit am Freitag in ihrer Heimatstadt München, wie ihre Familie mitteilte. Unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Gräuel hatte Wallbrecher in der Nachkriegszeit eine christliche Erneuerungsbewegung ins Leben gerufen. Die an biblischen und prophetischen Leitbildern orientierte Gemeinschaft galt zeitweise als einer der hoffnungsträchtigsten Aufbrüche in der katholischen Kirche. Der Anstoß dazu kam für Wallbrecher aus der Erfahrung des NS-Regimes. Den Krieg und die Konzentrationslager deutete die am 18. Mai 1923 unter dem Namen Gertraud Weiß geborene Studentin auch als Krise der christlichen Humanität. 1948 suchte sie, damals Bundesführerin des katholischen Heliand-Mädchenbundes, mit rund 60 weiteren jungen Frauen einen Neuanfang innerhalb der kirchlichen Jugendbewegung. 1949 heiratete Weiß den Rechtsanwalt Herbert Wallbrecher (1922–1997), der maßgeblich dazu beitrug, die wirtschaftlichen Grundlagen der späteren Integrierten Gemeinde zu schaffen. Trauzeuge war Johannes Joachim Degenhardt (1926–2002), von 1974 bis zu seinem Tod Erzbischof von Paderborn. Das Ehepaar Wallbrecher formte in den folgenden Jahren die Grundzüge der Integrierten Gemeinde: Verbindung von Alltag und Gottesdienst in einem gemeinschaftlichen Leben mit dem Anspruch, Fernstehenden wieder einen Zugang zur katholischen Kirche zu eröffnen. Zentren der Gemeinde wurden ihr Fest- und Tagungshaus im oberbayrischen Urfeld, Einrichtungen in München und Bad Tölz, später auch die Akademie Villa Cavalletti bei Rom. 1978 von den damaligen Erzbischöfen in Paderborn und München – Degenhardt und Joseph Ratzinger – kirchlich anerkannt, zog die Integrierte Gemeinde namhafte Theologen wie den Ratzinger-Schüler Ludwig Weimer und die Neutestamentler Gerhard Lohfink und Rudolf Pesch (1936–2011) als Mitglieder an. Traudl Wallbrecher leitete die Integrierte Gemeinde von 1968 bis 2008 als Vorsitzende, nicht zuletzt aber durch ihr Charisma und ihre stilprägende Kraft. In diese Zeit fielen auch eine Expansion nach Österreich und Tansania sowie enge Kontakte mit Vertretern des Judentums. Seit 2009 lebte Traudl Wallbrecher bei ihrer Tochter in München. Nach dem Rückzug der Gründerin aus der aktiven Leitung geriet die Integrierte Gemeinde in starke innere Spannungen.

Anton Lässer, der langjährige Direktor des überdiözesanen Priesterseminars Leopoldinum in Heiligenkreuz, übernimmt mit 1. September die Leitung der Wallfahrtskirche und des Passionistenklosters Maria Schutz. Der 1999 zum Priester geweihte Lässer leitete das Leopoldinum seit 2008. In Maria Schutz, einem der größten Wallfahrtsorte des südlichen Niederösterreich, folgt er nun Alban Siegling, der im Orden der Passionisten künftig Aufgaben in Deutschland wahrnehmen wird.

Aus gesundheitlichen Gründen muss der deutsche Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann den Weltjugendtag in Polen vorzeitig verlassen. Wiesemann sei erkrankt und müsse nach Hause reisen, teilte eine Sprecherin der deutschen Bischofskonferenz am Donnerstag mit.