Personalien

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Der italienische Kardinal Silvano Piovanelli (Foto: IN) ist tot. Der frühere Erzbischof von Florenz starb laut italienischen Medienberichten in der Nacht auf Samstag nach schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren in der norditalienischen Stadt. Piovanelli stand von 1983 bis 2001 an der Spitze des Bistums Florenz und hatte damit einen der wichtigsten Posten der katholischen Kirche Italiens inne. Papst Johannes Paul II. (1978–2005) berief ihn 1985 ins Kardinalskollegium. Papst Franziskus würdigte Piovanelli in einem Beileidstelegramm als „Bruder im Bischofsamt, der mit Freude und Weisheit dem Evangelium gedient hat“. Er erinnere sich mit Dankbarkeit an das immense seelsorgerische Wirken, das er als „engagierter Priester und Weihbischof und dann als eifriger und weiser Leiter“ des Erzbistums Florenz entfaltet habe, heißt es in dem Schreiben an den Erzbischof von Florenz, Kardinal Giuseppe Betori. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, früher Bürgermeister von Florenz, würdigte den Verstorbenen als „Referenzpunkt für den Glauben und das Leben der Stadt“. Piovannelli engagierte sich besonders für die Belange von Arbeitern und die Selbstverwaltung von Pfarrgemeinden. Prägende Erfahren als Seelsorger machte der Sohn eines Anstreichers und einer Wäscherin von 1960 bis 1979 in Castelfiorentino, einer stark antiklerikal geprägten Gemeinde in der Industriezone von Florenz. In den 1960er Jahren richtete Piovanelli den ersten Pfarrgemeinderat im Bistum Florenz ein. Zuvor wirkte er zwölf Jahre als stellvertretender Rektor des Knabenseminars der norditalienischen Stadt. 1982 wurde er Weihbischof seines Heimatbistums Florenz und nach dem unerwarteten Tod von Erzbischof Kardinal Giovanni Benelli im folgenden Jahr dessen Erzbischof. Nach seiner Pensionierung als Erzbischof zog Piovanelli sich nach Siesto Fiorentino bei Florenz zurück, wo er im Ortsteil Cercina in der Seelsorge mitwirkte. Nach dem Tod Piovanellis zählt das Kardinalskollegium 212 Mitglieder. Von ihnen haben 112 das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet und wären damit im Konklave zur Papstwahl berechtigt.

Bernd Streich ist der neue Vorsitzende der höchsten katholischen Laienvertretung im Erzbistum Berlin. Er wurde am Samstag nach Angaben des Erzbistums an die Spitze des Diözesanrats der Katholiken gewählt. Der bisherige Vorsitzende, Wolfgang Klose, konnte nach seinen zwei Amtsperioden satzungsgemäß nicht erneut kandidieren. Als Bewerber für den Posten standen Streich, Vizekanzler der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, und der Berliner Rechtsanwalt und Notar Christoph Lehmann zur Verfügung. Streich war bereits in den Jahren 1990 und 1991 zusammen mit Jürgen Meyer-Wilmes Vorsitzender des Diözesanrates. Er leitet den Sachausschuss „Ökumene und interreligiöser Dialog“ des Gremiums. Er ist auch katholischer Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Vertreter des Erzbistums im Islamforum Berlin. Der Diözesanrat setzt sich aus rund 90 Vertretern der katholischen Dekanate und Verbände zusammen. Zudem gehören dem Gremium hinzugewählte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft an. Der Rat nimmt zu gesellschaftlichen und kirchlichen Fragen Stellung. Dem Erzbistum gehören rund 400 000 Katholiken in Berlin, Brandenburg und Vorpommern an.