Personalien

Alberto Ortega Martin (52), bisher im vatikanischen Staatssekretariat verantwortlich für den Nahen Osten, wird neuer päpstlicher Botschafter in Jordanien und dem Irak. Der Vatikan gab die Ernennung des Spaniers durch Papst Franziskus am Samstag bekannt. Ortega koordinierte bisher im Rang eines Botschaftsrats unter anderem die Verhandlungen mit Israel und den Palästinensern. Wie für Nuntien üblich verlieh ihm Franziskus nun die Würde eines Erzbischofs. Der 1990 zum Priester geweihte Ortega trat sieben Jahre später in den diplomatischen Dienst des Vatikan ein. Es folgten Stationen an den Nuntiaturen in Nicaragua, Südafrika, im Libanon und im vatikanischen Staatssekretariat.

Alfredo Pontecorvi wird neuer Leiter der medizinischen Dienste des Vatikan. Die Ernennung durch Papst Franziskus teilte der Vatikan am Samstag mit. Der italienische Mediziner ist Professor für Endokrinologie und Direktor des Zentrums für Hormon- und Stoffwechselkrankheiten an der römischen Gemelli-Klinik. Am Dienstag hatte der Vatikan bestätigt, dass der bisherige medizinische Leiter des Vatikan und Leibarzt von Papst Franziskus, Patrizio Polisca, nach Ablauf seiner fünfjährigen Vertragszeit seine Aufgaben abgegeben hat. Der Herzspezialist bleibt aber der persönliche Arzt des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Die Leitung der medizinischen Dienste war bislang mit der Funktion des päpstlichen Leibarztes verbunden. Ob Pontecorvi auch diese Aufgabe künftig übernehmen wird, ist im Moment noch unklar. Nach Spekulationen könnten die beiden Aufgaben künftig getrennt werden.

Gabriele Zinkl (40), Offizialatsrätin im Bistum Regensburg, hat sich für ein Leben im Orden entschieden. Wie die „Katholische SonntagsZeitung“ für das Bistum Regensburg berichtet, ist die promovierte Theologin Anfang August bei den Barmherzigen Schwestern von heiligen Karl Borromäus eingetreten. Zunächst geht sie ins Mutterhaus Kloster Grafschaft im Sauerland und dann nach Jerusalem, wo die Schwestern ein offenes Haus mit Kindergarten und Gästeunterkunft betreuen. Zinkl hatte die Einrichtung in Jerusalem vor zwei Jahren kennengelernt. Als Vizepräsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) überreichte sie damals einen Spendenscheck für den Kindergarten. Wieder zu Hause, habe sie zunehmend die Sehnsucht nach dem dortigen Klosterleben verspürt. „Ich habe mich die erste Zeit total dagegen gewehrt“, erzählt die Theologin. Immerhin sei sie zu diesem Zeitpunkt verlobt gewesen und wollte heiraten. Sie suchte sich Rat bei einem befreundeten Priester und lebte danach probeweise für einige Monate im Kloster in Jerusalem. Dann fiel ihre endgültige Entscheidung. Seitdem laufe vieles leichter. Im September 2012 hatte Zinkl das Amt der Referentin für kirchenrechtliche Angelegenheiten in der Diözese Regensburg übernommen. Als Richterin war sie für Ehenichtigkeitsverfahren zuständig. Welche Aufgabe sie künftig in Jerusalem übernimmt, weiß die junge Frau bisher nicht: „Ich gehe davon aus, dass sich für mich etwas Gutes finden wird.“

Der frühere Grazer Generalvikar, Prälat Heinrich Schnuderl (71), der zuletzt auch als Diözesanadministrator fungierte, wird mit 1. September neuer Dompfarrer in der steirischen Landeshauptstadt. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl hat den Rücktritt von Prälat Gottfried Lafer (82) nach einer 47-jährigen Amtszeit als Dompfarrer angenommen. Die feierliche Amtsübergabe findet am 30. August im Rahmen eines Gottesdienstes um 17 Uhr statt. Gottfried Lafer wirkte ab 1966 prägend für Graz und die Steiermark. Damals wurde er zum Domvikar des Grazer Domes bestellt. Zwei Jahre später übernahm er das Amt als Dompfarrer. Zwischen 1970 und 1997 war er zugleich Regens des Grazer Priesterseminars. 1983 wurde Lafer zum Prälat ernannt. Im selben Jahr war er für die Gottesdienste im Wiener Donaupark und in Mariazell anlässlich des ersten Besuches von Papst Johannes Paul II. in Österreich verantwortlich. Auch bei den beiden folgenden Besuchen Johannes Pauls II. (1988 und 1998) sowie beim Österreich-Besuch Benedikts XVI. (2007) war die liturgische Expertise Prälat Lafers gefragt.

Joseph Zhang Yinlin (44), katholischer Priester, soll in China am Dienstag zum Bischof von Anyang in der östlichen Provinz Henan geweiht werden. Zhang wurde im April von den Katholiken seines Bistums gewählt und hat inzwischen die Zustimmung des Papstes, wie die katholische Nachrichtenagentur „UCAnews“ aus Bangkok/Thailand meldet. Es handelt sich um die erste Bischofsweihe in der Volksrepublik seit drei Jahren und die erste im Pontifikat von Papst Franziskus. Zuletzt war am 7. Juli 2012 Thaddeus Ma Daquin als Weihbischof im Bistum Schanghai an der Ostküste eingeführt worden, damals mit Zustimmung von Papst Benedikt XVI. Noch am selben Tag hatte Ma seine Mitgliedschaft in der von Regierung und Partei kontrollierten Katholischen Patriotischen Vereinigung aufgekündigt. Seit dieser Provokation lebt er unter Hausarrest in einem Priesterseminar.

Laut „UCAnews“ ist bisher noch nicht bekannt, welcher Bischof die Weihe von Zhang am 4. August vornehmen wird. Für die Regierung ist die Anwesenheit eines nicht von Rom anerkannten Bischofs bei einer solchen Zeremonie Ausdruck ihrer Kontrolle. Der Anspruch des Papstes, Bischöfe frei ernennen zu können, ist einer der strittigen Punkte in den schwierigen Gesprächen zwischen Peking und dem Vatikan. Mit dem Priester Cosmos Ji Chengyi wurde im April auch ein neuer Bischof für Zhumadian, ebenfalls in der Provinz Henan, gewählt. Auch er hat inzwischen die Zustimmung des Papstes. Ein Datum für seine Weihe und Amtseinführung steht laut „UCAnews“ noch nicht fest.