Personalien

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Der emeritierte Regensburger Bischof Manfred Müller (Foto: KNA) ist tot. Der Geistliche starb am Mittwoch im Alter von 88 Jahren im niederbayerischen Kloster Mallersdorf, wo er seinen Ruhestand verbracht hatte. Er war von 1982 bis zu seiner Emeritierung 2002 Vor-Vorgänger von Bischof Rudolf Voderholzer. Der gebürtige Augsburger wurde 1952 zum Priester geweiht und war zunächst 16 Jahre Religionslehrer. 1972 wurde er in seinem Heimatbistum Augsburg Weihbischof. Zeitlebens engagierte sich Müller in Deutschland und international für das katholische Schulwesen. Dafür würdigten ihn Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer würdigte Müllers Wirken: „Wenn wir heute von Pfarreiengemeinschaften, von der pfarrlichen Öffnung und dem Blick über die eigene Kirchturmspitze hinaus mit einer gewissen Selbstverständlichkeit sprechen, dann haben wir dies in Regensburg auch dem verstorbenen Bischof Manfred Müller zu verdanken. 1993 hatte er in einem Hirtenwort unter dem Motto ,Zieh den Kreis nicht zu klein‘ zu einem Diözesanforum eingeladen. Eine wesentliche und bleibende Frucht dieses Forums war eine Neuordnung der pastoralen Planung und eine Öffnung hin zu Pfarreiengemeinschaften. Das pastoralliturgische Seminar ist ebenfalls von Bischof Manfred Müller nach dem Diözesanforum eingerichtet worden. Es will allen Gläubigen durch Bildungsangebote den Sinn der Liturgie, ihre Symbole, Zeichen und Handlungen erschließen, um ihnen die bewusste, tätige und fromme Mitfeier der Liturgie im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils zu erleichtern.“ In Regensburg trägt seit 2001 eine katholische Grund- und Mittelschule seinen Namen. Für ihre Gründung wendete der Bischof mehr als 100 000 Euro aus seinem Privatvermögen auf. Marx hob in seinem Kondolenzschreiben außerdem Müllers Engagement für den 1979 erstmals vergebenen Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis hervor. Der Verstorbene habe fast zehn Jahre der Jury vorgestanden und so diese Auszeichnung zu einem festen Bestandteil der deutschen Literaturszene gemacht. In seiner Amtszeit galt Müller, dessen Wahlspruch „Die Wahrheit in Liebe verkünden“ lautete, als Mann des Ausgleichs. So steuerte er im Streit um die atomare Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in den 1980er Jahren einen neutralen Kurs zwischen Befürwortern und Gegnern der Kernkraft. Besonders seit dem Ende der europäischen Teilung forcierte der Bischof den Austausch mit den tschechischen Nachbarbistümern Pilsen und Prag. Zur Familie des emeritierten Papstes Benedikt XVI. unterhielt Müller eine enge Verbindung.

Der Schweriner Weihbischof Norbert Werbs tritt in den Ruhestand. Papst Franziskus hat dessen altersbedingtes Rücktrittsgesuch mit sofortiger Wirkung angenommen, wie das Erzbistum Hamburg am 20. Mai mitteilte. Werbs feierte am selben Tag seinen 75. Geburtstag. Werbs wurde 1981 zum Bischof geweiht und war damit Deutschlands dienstältester Weihbischof.

Erstmals ist eine Frau auf einen Lehrstuhl der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg berufen worden. Kerstin Schlögl-Flierl lehrt seit Beginn des Sommersemesters als Professorin für Moraltheologie, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte. Die 44-jährige gebürtige Oberpfälzerin ist Spezialistin für bio-, medizin- und medienethische Themen. Sie war zuvor an der Universität Regensburg tätig.