Personalien

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Der italienische Kardinal Francesco Marchisano, langjähriger Erzpriester der Vatikan-Basilika und Verantwortlicher für die Kulturgüter der Kirche, ist am Sonntagmorgen im Alter von 85 Jahren in Rom gestorben. Der aus der Nähe von Turin stammende Bibelwissenschaftler leitete von 1993 bis 2003 die Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche. Anschließend machte Papst Johannes Paul II. ihn als Erzpriester zum „Hausherrn“ des Petersdoms und zugleich zum Generalvikar für den Vatikanstaat sowie zum Präsidenten der Dombauhütte von Sankt Peter. 2003 wurde Marchisano zum Kardinal berufen. Am 25. Juni hatte er seinen 85. Geburtstag gefeiert. Die Totenmesse für Marchisano, der enge Kontakte auch nach Deutschland unterhielt, feiert am Mittwochmorgen der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano. Zu den abschließenden Zeremonien kommt auch Papst Franziskus hinzu. Nach dem Tod Marchisanos zählt das Kardinalskollegium 212 Mitglieder, von denen jedoch nur die 188 unter 80-Jährigen an einer Papstwahl teilnehmen dürften. Marchisano, am 25. Juni 1929 in Racconigi bei Turin geboren, wurde 1952 zum Priester geweiht und begann 1956 seine Kurienlaufbahn in der Bildungs- und Studienkongregation. Durch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Eichstätter Bischof und späteren Kurienkardinal Joseph Schröffer (1903–83) entstand eine enge Beziehung Marchisanos zu Deutschland. Für seine Verdienste um das Theologiestudium in Deutschland und den deutsch-italienischen Kulturaustausch wurde er 2003 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet. 1988 wurde Marchisano zum Sekretär der Kommission für die Bewahrung des kunstgeschichtlichen Erbes der Kirche ernannt; damit verbunden war die Ernennung zum Bischof. Nach der Umstrukturierung der Kurienbehörde 1993 wurde er deren Präsident. Zugleich hatte er von 1991 bis 2004 den Vorsitz in der Päpstlichen Kommission für Christliche Archäologie inne. Das Amt des Generalvikars und den Dombauhütten-Präsidenten gab Marchisano 2005 nach Erreichen der Altersgrenze ab. Ein Jahr später wurde er als Erzpriester von Kardinal Angelo Comastri abgelöst. Von 2005 bis zu seinem 80. Geburtstag 2009 war er zudem Präsident des „Arbeitsbüros des Apostolischen Stuhls“, und damit für die Belange der Arbeitnehmer im Vatikan zuständig.

Papst Franziskus hat den Mailänder Kardinal Angelo Scola (72) (Foto: KNA) als seinen Sondergesandten für die Drei-Königs-Feiern in Köln benannt. Scola wird den Papst am 28. September bei den 850-Jahr-Feiern der Überführung der Reliquien der Drei Weisen von Mailand in die rheinische Domstadt vertreten. Die Gebeine waren nach der Eroberung der lombardischen Metropole im Jahr 1162 durch Kaiser Friedrich Barbarossa (1122–1190) nach Köln gebracht worden. Nach der Eroberung Mailands hatte Barbarossa die Reliquien seinem Kanzler, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel (1114/20–1167), als Geschenk überlassen. Seither werden diese in einem Schrein des Kölner Doms aufbewahrt. 1903 wurde ein Teil der Reliquien vom damaligen Kölner Kardinal Anton Fischer (1903–1912) nach Mailand zurückgegeben.

Pater Thomas A. Schuster OP wird zum 1. September neuer Geistlicher Direktor des Exerzitienhauses St. Paulus in Leitershofen im Bistum Augsburg. Er war von November 2011 bis Ende 2013 Prior des Dominikanerklosters Augsburg und ist momentan Kirchenrektor von Heilig Kreuz. Pater Thomas, Jahrgang 1961, stammt aus Bobingen und wurde 2009 zum Priester geweiht. Er folgt Michael Lechner nach, der sich ab September voll der Aufgabe als Spiritual im Priesterseminar St. Hieronymus widmen wird. Norbert Streit, bislang stellvertretender Leiter, wird ab September als Geschäftsführender Direktor für die Verwaltung des gesamten Hauses verantwortlich sein.