Personalien

Alejandro Moral, spanischer Augustiner, ist neuer Generalprior seines Ordens. Das in Rom versammelte Generalkapitel wählte ihn am Mittwoch zum Nachfolger des US-Amerikaners Robert Prevost, der nach zwei sechsjährigen Amtszeiten nicht erneut kandidieren konnte. Moral war nach Angaben des Ordens in den vergangenen Jahren für das Sekretariat „Gerechtigkeit und Frieden“ der Augustiner zuständig. Der 1244 gegründete Augustinerorden zählt gegenwärtig gut 2 800 Mitglieder. Er entstand durch einen Zusammenschluss von eremitisch lebenden Gruppen auf Grundlage der Regel des heiligen Augustinus (354–430).

Der Vatikan hat nach Vorwürfen über sexuellen Missbrauch seinen Botschafter in der Dominikanischen Republik abberufen. Der polnische Erzbischof Jozef Wesolowski (65) sei am 21. August von seinem Amtspflichten entbunden und nach Rom beordert worden, bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Donnerstag vor Journalisten. Er sprach von einem schwerwiegenden Vorgang und einem „ernsten Problem“. Der Vatikan werde den Vorgang gründlich untersuchen. Papst Franziskus hatte, wie bereits sein Vorgänger, bald nach Amtsbeginn ein hartes Vorgehen bei Missbrauchsfällen durch katholische Geistliche angekündigt. Unterdessen nahmen auch die Behörden der Dominikanischen Republik Ermittlungen auf. Das bestätigte Generalstaatsanwalt Francisco Dominguez Brito Journalisten in Santo Domingo. Der Rektor der örtlichen Päpstlichen Universität, Agripino Nunez Collado, bestätigte der Zeitung, dass der Vatikan eine Untersuchung eingeleitet habe. Konkret werde dem abgelösten Nuntius vorgeworfen, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben. Dies sei in kirchlichen Einrichtungen geschehen. Seine Verfehlungen seien „unverzeihlich“, so Nunez Collado. Kardinal Nicolas de Jesus Lopez Rodriguez von Santo Domingo sandte unterdessen einen Bericht an den Vatikan. Außer gegen Wesolowski gibt es weitere Anschuldigungen gegen katholische Geistliche. Ein Pfarrer soll 15 Frauen missbraucht haben; ein anderer Priester habe sich an Kindern vergangen. Bislang lägen allerdings noch keine Beweise, sondern lediglich Anschuldigungen und Medienberichte vor, so Staatsanwalt Dominguez Brito. Ein Anwalt, der die Rechte der mutmaßlichen Opfer vertritt, will laut Medienberichten vom Donnerstag in drei Fällen Anzeige erstatten. Der Erzbischof von Santiago de los Caballeros, Ramon Benito de la Rosa y Carpio, entschuldigte sich bereits am Mittwoch (Ortszeit) bei den mutmaßlichen Missbrauchsopfern: „Wir bitten die betroffenen Menschen, ihre Familien, die Gesellschaft und das einfache Volk um Entschuldigung, die wir mit einem schlechten Beispiel beleidigt haben“, heißt es in einem Schreiben des Hauptstadtbistums, aus dem die Tageszeitung „El Dia“ zitiert. Die Bischöfe der Dominikanischen Republik warnten vor einer Vorverurteilung. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag erklärte ein Sprecher der Bischofskonferenz, bislang lägen keine Beweise gegen Wesolowski vor. Es gebe keine Anklage bei der Staatsanwaltschaft; ebenso sei bislang nicht ein Opfer namentlich bekannt oder gar identifiziert. Die Bischöfe warfen den Medien des Karibikstaates vor, eine journalistische Kampagne zur Auflagensteigerung zu fahren. Wo sich Wesolowski zurzeit aufhält, ist nicht bekannt. Vor etwa zwei Wochen hatte Papst Franziskus seinen Rücktritt angenommen, wie jetzt bekannt wurde. Damals waren in den Medien des Karibikstaates erste Spekulationen über die Hintergründe aufgetaucht. Wesolowski war seit Anfang 2008 der ständige Vertreter der Heiligen Stuhls in Santo Domingo. Seine erste Stelle als Nuntius übernahm er 1999 in Bolivien; von 2002 bis 2008 war er als Papstbotschafter für Kasachstan, Tadschikistan, Kirgistan und Usbekistan tätig.