Personalien

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Jean-Marie Speich (58), bislang im vatikanischen Staatssekretariat tätig, ist von Papst Franziskus zum neuen Botschafter des Heiligen Stuhls in Ghana ernannt worden. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, wurde der Franzose zugleich in den für Botschafter üblichen Rang eines Titularerzbischofs erhoben. Speich, der seit 2008 die französischsprachige Abteilung im Staatssekretariat leitet, ist Nachfolger des Kongolesen Leon Kalenga Badikebele (57) in dem westafrikanischen Land, den Benedikt XVI. im Februar nach El Salvador versetzt hatte. Der am 9. Oktober 1955 in Straßburg geborene Speich wurde 1982 in seiner Heimatstadt zum Priester geweiht und trat 1986 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Der Kirchenrechtler war unter anderem auch an der Apostolischen Nuntiatur in Deutschland tätig. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Haiti, Bolivien, Kanada, Großbritannien, Ägypten, Spanien und Kuba. Von den 24, 6 Millionen Einwohnern Ghanas sind nach vatikanischen Angaben 3, 3 Millionen Katholiken.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner wird den Papst bei dem 750-Jahre-Jubiläum in Xanten vertreten. Dazu ernannte ihn Franziskus am Samstag, wie der vatikanische Pressesaal mitteilte. Die Feier findet am 13. Oktober statt. In diesem Jahr feiert die Xantener St.-Viktor-Pfarrgemeinde das 750-jährige Jubiläum ihres gotischen Doms. Das Festjahr steht ganz unter dem Motto „Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein“. Am 22. August 1263 hatte Propst Friedrich von Hochstaden, der Bruder des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden, den Grundstein für den Xantener Dom gelegt. Bereits am 25. August, wenige Tage nach dem eigentlichen Jahrestag der Grundsteinlegung am Hochchor vor 750 Jahren, zelebriert der Münsteraner Bischof Felix Genn die Festmesse.

Nikolaus Egender, (Foto: KNA) ehemaliger Abt der deutschsprachigen Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem, ist am Montag 90 Jahre alt geworden. Der gebürtige Elsässer stand dem Kloster auf dem Zionsberg nahe der Jerusalemer Altstadt von 1979 bis 1995 vor. Seit 1997 lebt er wieder in der belgischen Abtei Chevetogne, in der vor 67 Jahren sein Benediktinerleben begann. Von 1963 bis 1971 war Egender Prior in dem ökumenisch engagierten Ardennenkloster. Bereits 1982 wurde Egender, der als Experte für die Orthodoxie gilt, mit dem „Armenischen Kreuz“ ausgezeichnet; das ist die höchste Ehrung, die die armenische Kirche einem Außenstehenden verleiht. 1992 ernannte die Stadt Jerusalem den Benediktiner zum Ehrenbürger und würdigte damit seinen Beitrag zur Versöhnung und Begegnung von Juden, Christen und Muslimen. Weiter setzte sich Egender für die Neubelebung der jahrhundertealten Mönchstradition auf der Reichenau ein. 2001 entstand auf der Bodensee-Insel wieder eine Benediktinergemeinschaft. Der Jubilar begeht seinen 90. Geburtstag nach Angaben des Klosters Chevetogne bei guter Gesundheit. Egender stehe weiterhin „voller Temperament im Dienst der Gemeinschaft und der Kirche“ für die Einheit der Christen, teilte die Abtei auf Anfrage mit. Unter anderem beteilige er sich mit Buchbesprechungen an der theologischen Zeitschrift „Irenikon“ des Klosters.

Ruth Pfau (83), (Foto: KNA) katholische Ordensfrau und Lepraärztin, erhält den Klaus-Hemmerle-Preis 2014. Die zum sechsten Mal vergebene, undotierte Auszeichnung wird ihr am 2. Mai 2014 im Aachener Dom verliehen, wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) am Montag in Würzburg mitteilte. Damit werde die als Lepraärztin in Pakistan bekanntgewordene Pfau für ihr Lebenswerk geehrt, hieß es von der Fokolar-Bewegung, die den Preis vergibt. Die Laudatio hält der Journalist und Theologe Michael Albus, ein langjähriger Begleiter Hemmerles und Autor mehrerer Bücher über Pfau. Mit dem „stillen, indirekten Glaubenszeugnis ihres Lebenswerkes“ ist Pfau zu einer „Brückenbauerin und Einheitsstifterin“ geworden, hieß es in der Begründung der Fokolar-Bewegung. Das Ausmaß ihres Engagements sei in seiner Radikalität und Intensität mit dem von Mutter Theresa zu vergleichen. Pfau hat mit Unterstützung der DAHW ein Krankenhaus und ein Kontrollprogramm zur Bekämpfung der Lepra und Tuberkulose in Pakistan aufgebaut. Dafür erhielt sie internationale Anerkennung. Seit knapp zwanzig Jahren arbeitet sie in Pakistan auch mit der Christoffel-Blindenmission zusammen. Der stellvertretende DAHW-Geschäftsführer und Vorstand der Ruth-Pfau-Stiftung, Harald Meyer-Porzky, nannte den Preis „eine besondere Auszeichnung“ für die Ärztin. „Gerade die Ziele der Fokolar-Bewegung als Brücke zwischen den verschiedenen geistlichen und weltlichen Bereichen der Gesellschaft decken sich mit denen von Ruth Pfau.“ Sie habe sich zudem als Frau im männerdominierten Pakistan immer auch als Brückenbauerin zwischen den Geschlechtern verstanden, so Meyer-Porzky. Der alle zwei Jahre verliehene Klaus-Hemmerle-Preis wurde von der Fokolar-Bewegung im Gedenken an den Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929–1994) gestiftet. Frühere Preisträger sind der jüdische Professor Ernst-Ludwig Ehrlich, der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Christian Krause, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel und der emeritierte Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol. Die ökumenische Fokolar-Bewegung, zu der Hemmerle gehörte, wurde 1943 von Chiara Lubich (1920 bis 2008) gegründet. Die heute in 180 Ländern vertretene Gemeinschaft will das Evangelium in den Alltag umsetzen.

Monika Edinger (46), Oberin des Würzburger Konvents der Erlöserschwestern, ist neue Generaloberin ihrer Gemeinschaft. Die 33 Kapitularinnen wählten sie beim Generalkapitel in Würzburg zur Nachfolgerin von Schwester Juliane Friedrich (70). Das teilte die Bischöfliche Pressestelle am Mittwoch in Würzburg mit. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Dem Orden gehören 369 Schwestern an. Er hat Niederlassungen in Deutschland, Tansania und in den USA. Die aus Schefflenz im Neckar-Odenwald-Kreis stammende Edinger trat 1988 in die Gemeinschaft der Erlöserschwestern ein. Sie war zunächst als Erzieherin tätig und legte 1999 ihre ewige Profess ab. Nach dem Studium der Pädagogik in Würzburg gründete und leitete die Ordensfrau ab 2000 in Bad Kissingen die „Geistliche Jugend- und Familienbegegnung Wirbelwind“ und war zugleich Dekanatsfamilienseelsorgerin. 2011 übersiedelte die Einrichtung ins Steinbachtal in Würzburg. Im neuerrichteten Konvent übernahm Edinger auch die Aufgabe der Oberin. In den kommenden Jahren stehe der Orden vor der Herausforderung, neue Ideen zu entwickeln angesichts der Altersstruktur der Schwestern, sagte Edinger. Für Deutschland werde unter anderem überlegt, ein Zusammenleben in geistlichen Gemeinschaften auch mit Menschen zu ermöglichen, die nicht dem Orden angehören. In den US-Niederlassungen hätten bereits 117 junge Leute in den vergangenen 30 Jahren ein solches auf ein Jahr begrenztes Angebot wahrgenommen, so die neue Generaloberin. Eine wichtige Aufgabe bleibe die Förderung weltlicher Führungskräfte und Mitarbeiter in Erziehung und Gesundheitswesen. Das Generalkapitel tagt noch bis 27. August. Es steht unter dem Motto „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“. Die Kongregation der Schwestern des Erlösers geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Mutter Alfons Maria Eppinger gründete mit Gleichgesinnten in Niederbronn im Elsass die Gemeinschaft. Ihre Aufgabe sahen die Schwestern darin, „zur Verpflegung armer Kranker und zur Unterstützung anderer Armen“ die Werke der Barmherzigkeit zu verwirklichen. Sie sind unter anderem in Krankenhäusern, Schulen und Kindertageseinrichtungen tätig.