Personalien

Für die Rettung hunderter Juden während der Zeit des Nationalsozialismus ist der frühere Florentiner Erzbischof und Kardinal Elia Dalla Costa (1872–1961) als „Gerechter unter den Völker“ anerkannt worden. Dalla Costa habe nach der Besetzung Italiens durch die Deutschen gemeinsam mit Vertretern der jüdischen Gemeinde zahlreiche italienische Juden sowie jüdische Flüchtlinge aus Frankreich und Jugoslawien vor der Deportation bewahrt, erklärte die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem zur Verleihung des Ehrentitels am Montag in Jerusalem. Unter anderem habe der Kardinal seinen Privatsekretär und den Diözesanklerus dafür mobilisiert, Juden Zuflucht in Klöstern zu verschaffen. So habe er „eine zentrale Rolle in der Organisation und Operation eines weitläufigen Rettungsnetzwerkes“ ausgeübt, so die Gedenkstätte. Zeitweise habe Dalla Costa jüdische Flüchtlinge in seinem eigenen Palais einquartiert. Nachdem im Dezember 1943 durch einen Verrat die meisten jüdischen Untergrundkämpfer verhaftet worden seien, habe die Verantwortung für die Rettungsaktionen hauptsächlich bei Kirchenvertretern gelegen. Viele hätten ihren Einsatz mit Haft und Folter bezahlt. Der aus dem Veneto stammende Dalla Costa war 1931 zum Erzbischof von Florenz ernannt und 1933 zum Kardinal erhoben worden. Beim Besuch Adolf Hitlers in Florenz 1938 hielt er demonstrativ die Fenster des erzbischöflichen Palastes geschlossen und blieb den Feiern zu Ehren des Reichskanzlers fern. Zeitweise galt Dalla Costa als aussichtsreicher Kandidat für das Papstamt. Zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde 1981 ein Seligsprechungsverfahren für ihn eröffnet; es ist noch in Rom anhängig.

Nach einem Autounfall unter Alkoholeinfluss ist der polnische Weihbischof Piotr Jarecki als Vizepräsident der katholischen EU-Bischofskommission ComECE zurückgetreten. Wie die polnische Nachrichtenagentur KAI am Dienstag weiter meldet, scheidet Jarecki ganz aus der EU-Bischofskommission aus, die als Schnittstelle zwischen katholischer Kirche und EU-Institutionen fungiert. Die Polnische Bischofskonferenz habe bei ihrer Vollversammlung in Zakopane Bischof Janusz Stepnowski von Lomza zum neuen Mitglied der ComECE gewählt. Unmittelbar nach der Alkoholfahrt mit 2, 5 Promille Ende Oktober hatte Jarecki bereits Benedikt XVI. seinen Rücktritt als Weihbischof angeboten. Eine Entscheidung des Papstes steht noch aus. Jarecki war mit seinem Auto gegen einen Laternenmast gefahren. Wenige Tage später begann er eine Entziehungskur. Die Staatsanwaltschaft legte ihm 160 Stunden gemeinnützige Arbeit und vier Jahre Fahrverbot auf; der Bischof akzeptierte die Strafe. Der Warschauer Weihbischof war seit 2004 Mitglied der ComECE und seit 2006 deren Vizepräsident. In dieser Funktion war er im März 2009 bestätigt worden. Er gehörte bislang auch dem Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, „Iustitia et Pax“, an. Stepnowski wurde im November 2011 von Benedikt XVI. zum Bischof von Lomza ernannt. Zuvor war er 22 Jahre lang Mitarbeiter der vatikanischen Bischofskongregation.

Prälat Winfried König, früherer Apostolischer Visitator für heimatvertriebene Katholiken aus dem Erzbistum Breslau, vollendet am Dienstag in Münster sein 80. Lebensjahr. Er war 25 Jahre Seelsorger für eine Million Menschen schlesischer Herkunft und trat 2008 in den Ruhestand. König, der den Rang eines Apostolischen Protonotars hat, stammt aus Haltern und wurde 1960 zum Priester geweiht. Anschließend war er Kaplan in Rheine, Präfekt auf der Loburg in Ostbevern, Präses am Pius-Kolleg in Coesfeld, Diözesanseelsorger für Vertriebene und Aussiedler im Bistum Münster sowie Propst in Telgte. 1983 wurde er Visitator für die schlesischen Katholiken. 2008 wurde er vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.