Personalien

Der italienische Kurienkardinal Fortunato Baldelli ist am Donnerstagabend im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Vatikan gab den Tod des aus dem mittelitalienischen Valfabbrica stammenden Kirchenmannes am Freitag bekannt. Baldelli leitete von 2009 bis Januar dieses Jahres die Apostolische Pönitentiarie, einen der drei obersten vatikanischen Gerichtshöfe. Nach seinem Tod zählt das Kardinalskollegium noch 205 Mitglieder. Von ihnen sind 116 jünger als 80 und damit zur Teilnahme an einem Konklave berechtigt. Papst Benedikt XVI. würdigte Baldelli in einem Beileidstelegramm als vorbildlichen Zeugen des christlichen Lebens. 1966 hatte Baldelli seine vatikanische Laufbahn im diplomatischen Dienst begonnen. Auslandseinsätze führten ihn nach Kuba, Ägypten und Straßburg. 1983 wurde er päpstlicher Gesandter in Angola. Weitere Stationen waren Sao Tome und Principe sowie die Dominikanische Republik. Von 1994 bis 1999 war er päpstlicher Botschafter in Peru, danach bis 2009 in Paris. Am 2. Juni 2009 ernannte Benedikt XVI. Baldelli als Nachfolger des Amerikaners James Francis Stafford zum Großpönitentiar. In dieser Funktion war er vor allem für die Aufhebung schwerer Kirchenstrafen und die Vergabe von Ablässen zuständig. Am 20. November 2010 wurde Baldelli ins Kardinalskollegium aufgenommen; am 5. Januar 2012 nahm der Papst sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an.

Der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom wird am 25. September 65 Jahre alt. Feiern wird er seinen Geburtstag nicht. Er gestaltet den Studientag „Glaubenskommunikation in Religionsunterricht und Katechese“ bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz mit. Der aus Ahaus/Alstätte im Münsterland stammende Boom holte sein Abitur nach einer Ausbildung als Bauzeichner nach. Danach studierte er Theologie- und Kunstgeschichte in München und Würzburg. Die Priesterweihe empfing Boom 1984 in Würzburg. Papst Benedikt XVI. ernannte den Priester 2008 zum Weihbischof von Würzburg und Titularbischof von Sulletto.

Pio Vito Pinto (71), bislang Richter am Gericht der Römischen Rota, ist von Papst Benedikt XVI. zum Dekan des zweithöchsten Gerichtshofes der katholischen Kirche berufen worden. Dies teilte der Vatikan am Samstag mit. Der italienische Kirchenrechtler ist Nachfolger des polnischen Bischofs Antoni Stankiewicz, der der Rota seit 2004 vorstand. Pinto ist seit 1995 Richter an der Römischen Rota. Bis 1994 wählten die Richter den Dekan. Nach einer Reform der Statuten wird er vom Papst ernannt. Die Römische Rota entscheidet vor allem über Eheannullierungen. Zu Beginn diese Jahres waren knapp 1 100 Verfahren in dieser Angelegenheit anhängig. Das vatikanische Gericht ist die letzte Instanz für solche Prozesse. Der weitaus größte Teil wird von Diözesan und Metropolitan-Gerichten geführt.

Thomas Söding (56), katholischer Neutestamentler an der Universität Bochum, ist zum Berater der bevorstehenden Bischofsynode über die Neuevangelisierung im Vatikan berufen worden. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, erfolgte die Ernennung der insgesamt 45 Berater durch das Sekretariat der Synode mit Billigung des Papstes. Die Bischofssynode tagt vom 7. bis zum 28. Oktober im Vatikan. Söding lehrt seit 2008 an der Ruhr-Universität Bochum das Fach Neues Testament. Zuvor war er Professor an der Bergischen Universität Wuppertal. Der renommierte deutsche Wissenschaftler ist auch Mitglied der Internationalen Theologenkommission, die die vatikanische Glaubenskongregation berät. Der Vatikan benannte zudem 49 Beobachter, die an der Zusammenkunft teilnehmen werden. Es handelt sich überwiegend um Repräsentanten katholischer Organisationen sowie geistlicher Gemeinschaften, unter ihnen befinden sich auch zwei Vertreter aus Syrien, sowie ein Ägypter und ein Kubaner.