Personalien

Personalien

Erzbischof Alain Paul Lebeaupin (67), bislang vatikanischer Botschafter in Kenia und ständiger Beobachter bei den Vereinten Nationen in Nairobi, ist von Papst Benedikt XVI. zum Apostolischen Nuntius für die Europäische Union ernannt worden. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Der aus Paris stammende Lebeaupin folgt seinem Landsmann Andre Dupuy (72), der im Dezember zum Botschafter in den Niederlanden berufen wurde. Lebeaupin vertrat die vatikanischen Interessen bereits von 1996 bis 1999 in Brüssel, zunächst als Ständiger Beobachter und später als Geschäftsträger des Heiligen Stuhls.

Jean-Abdo Arbach (60), bislang melkitischer Exarch in Argentinien, ist von Papst Benedikt XVI. als neuer Erzbischof seiner Kirche in der syrischen Stadt Homs bestätigt worden. Der Papst habe die Wahl Arbachs durch die griechisch-melkitische Bischofssynode angenommen, teilte der Vatikan am Samstag mit. Die melkitische Kirche ist eine der mit Rom unierten Ostkirchen und mit gut 230 000 Mitgliedern eine der größten christlichen Gemeinschaften in Syrien. Das Erzbistum Homs zählt 30 000 Gläubige. Die Stadt nördlich von Damaskus ist eine Hochburg des Protests gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Aufständische und Armee liefern sich dort besonders heftige Gefechte. Insgesamt sind rund zehn Prozent der gut zwanzig Millionen Einwohner Syriens Christen. Seit Beginn der Kämpfe zwischen Aufständischen und dem Regime von Präsident Assad im vergangenen Jahr sind sie wiederholt zwischen die Fronten geraten. Vertreter der örtlichen Kirchen haben immer wieder zum Frieden aufgerufen und den Westen zugleich davor gewarnt, dem Assad-Regime allein die Schuld an der Eskalation der Gewalt zu geben. Der am 28. Juni 1952 im syrischen Yabroud geborene Arbach wirkte seit 1996 mit einer rund einjährigen Unterbrechung in Argentinien.

Rudolf Schmid, (Foto: KNA) emeritierter Augsburger Weihbischof, ist am Sonntag zwei Tage vor seinem 98. Geburtstag verstorben. Das teilte das Bistum Augsburg mit. Er wurde vor vierzig Jahren durch den damaligen Augsburger Oberhirten Josef Stimpfle zum Bischof geweiht. Als Bischofsvikar war er bis 1990 für Caritas und Soziale Dienste sowie für das Priesterseminar und die Förderung von geistlichen Berufen zuständig gewesen. Ein Termin für das Requiem und die Beisetzung steht dem Bistum zufolge noch nicht fest. Der aus der Schweiz stammende Schmid wurde 1938 zum Priester geweiht. Von 1963 bis 1969 leitete er als Regens das Bischöfliche Priesterseminar. 1969 wurde Schmid Domkapitular, drei Jahre später folgte die Ernennung zum Weihbischof. Nach seiner Emeritierung 1990 war der Geistliche noch bis 1994 Vorsitzender des Caritas-Verbandes und der Katholischen Jugendfürsorge in Augsburg. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete: „Benedictus Deus“ (Gepriesen sei Gott).

Der Vatikan lässt sich künftig von einem amerikanischen Journalisten in Medienfragen beraten. Das Staatssekretariat berief Greg Burke vom Nachrichtensender Fox News zum Berater für Kommunikationsstrategien, wie das vatikanische Presseamt am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur bestätigte. Burke soll ein eigenes Büro im Staatssekretariat erhalten und die Arbeit von vatikanischem Presseamt und Staatssekretariat koordinieren. Wann er seine Arbeit aufnehmen wird, ist noch unbekannt. Der 52-Jährige arbeitet gegenwärtig in Rom als Vatikan-Korrespondent für Fox News. Zuvor war er für das „Time Magazine“ tätig. Burke gehört der katholischen Gemeinschaft „Opus Dei“ an. Die Personalie fällt mitten in die Aufarbeitung der „Vatileaks“-Affäre.

Alcides Mendoza Castro, jüngster Bischof beim Zweiten Vatikanischen Konzil, ist tot. Wie die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Samstag) meldet, starb der langjährige Erzbischof von Cuzco bereits Mittwochnacht mit 84 Jahren in einer Klinik der Hauptstadt Lima an Krebs. Mit 34 Jahren war er 1962 der jüngste Konzilsbischof.

Papst Benedikt XVI. hat drei neue Mitglieder für den Kardinalsrat zur Beratung der organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Apostolischen Stuhls ernannt. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, berief der Papst den Erzbischof des indischen Ranchi, Telesphore Placidus Toppo, den Bischof von Hong Kong, John Tong Hon sowie den Erzbischof von Daressalam in Tansania, Polycarp Pengo, in das Gremium. Der 1988 von Johannes Paul II. geschaffene Kardinalsrat kontrolliert und berät alle Finanzgeschäfte des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaates.

Der katholische Priester Andreas Artinger hat nach Untreuevorwürfen dem Passauer Bischof Wilhelm Schraml angeboten, auf sein Amt als Pfarrer im Pfarrverband Ruhstorf zu verzichten. Dies sei auch akzeptiert worden, sagte Artinger laut einem Bericht der Onlineausgabe der „Passauer Neuen Presse“ am Sonntag im Gottesdienst. Ein Sprecher des Bistums bestätigte auf Anfrage das Gesuch des Pfarrers. Artinger wird vorgeworfen, er habe der ehemaligen Leiterin des Kirchlichen Jugendbüros geholfen, Gelder zu veruntreuen. Der Zeitung zufolge hat die Staatsanwaltschaft Passau beim Amtsgericht einen Strafbefehl gegen den Geistlichen wegen fünfzehnfacher Beihilfe zur Untreue beantragt. Es gehe um eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe. Es sei noch „in der Schwebe“, ob er den Strafbefehl akzeptiere, zitiert die Zeitung Artinger: „Ich habe Fehler gemacht, für die ich die Folgen trage.“ Die Leiterin selbst wurde am 27. März wegen Veruntreuung von 93 000 Euro zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bekannt geworden war Artinger auch durch die Gruppe „Passauer Priester im Dialog“. Der Zusammenschluss mit etwa 20 Personen hatte im Februar Kontakt zu der österreichischen „Pfarrer-Initiative“ aufgenommen. Diese wirbt mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ für offene Verstöße gegen kirchliche Weisungen wie das Predigtverbot für Laien in Eucharistiefeiern.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann ist mit der höchsten Auszeichnung des Malteser Ritterordens geehrt worden. Bei der Feier des 50-jährigen Bestehens des Malteser Hilfsdiensts (MHD) in der Diözese Würzburg überreichte ihm der Präsident des Malteser Hilfsdienstes in Deutschland, Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, im Auftrag des Großmeisters des Malteser Ritterordens, Fra' Matthew Festing, das Großkreuz „pro piis meritis“ des Verdienstordens „Pro Merito Melitensi“. Der Malteser Hilfsdienst feierte sein Jubiläum am Samstag mit einem Pontifikalamt in der Seminarkirche Sankt Michael und einem Festakt in der Neubaukirche in Würzburg. „Wir danken Ihnen für Ihre großartige Unterstützung unserer Arbeit hier in der Diözese, insbesondere bei den Wallfahrten nach Lourdes, Rom oder Altötting sowie bei dem diözesanen Auslandsprojekt, der Sozialküche der Malteser in Sankt Petersburg“, würdigte der Präsident den Bischof. Aber auch die Malteser Jugend mit ihrem Engagement im In- und Ausland fände bei Bischof Hofmann immer ein offenes Ohr. Dieser freute sich sehr über diese hohe und sehr selten vergebene Auszeichnung. Sie sei ihm Ansporn und Verpflichtung und verstärke seine Verbundenheit zu den Maltesern weiter, sagte Bischof Hofmann.

Der argentinische Bischof Fernando Maria Bargallo hat Medienberichten zufolge vom Wochenende seinen Rücktritt angekündigt. Grund seien Fotos, die den katholischen Kirchenmann beim Baden mit einer Frau in Mexiko zeigen. Zwar entstanden die Bilder bereits vor längerer Zeit, aber sie wurden erst vor wenigen Tagen in argentinischen Medien veröffentlicht. Bargallo teilte den Berichten zufolge dem päpstlichen Botschafter in Argentinien, Emil Paul Tscherrig, und den Pfarrern des von ihm geleiteten Bistums Merlo-Moreno seine Entscheidung mit. Zugleich räumte er ein, dass es sich bei der Frau auf den Bildern nicht, wie zunächst von ihm behauptet, um eine Bekannte aus Kindertagen handele, sondern um eine Freundin, zu der er eine Beziehung unterhalte. Der 57-jährige Bargallo ist seit 1997 Bischof von Merlo-Moreno nahe der Hauptstadt Buenos Aires und zudem Präsident des kirchlichen Hilfswerks Caritas Lateinamerika. Gemäß Kirchenrecht muss Papst Benedikt XVI. nun über den Amtsverzicht Bargallos befinden.