Personalien

Andreas Simbeck (49), Landespolizeidekan in Bayern und Bischöflicher Beauftragter für die Katholische Polizeiseelsorge in der Erzdiözese München-Freising, ist neuer Erster Vorsitzender des Klerusverbands. Auf der jüngsten Delegiertenversammlung wurde er einstimmig als Nachfolger von Prälat Herbert Jung (62) gewählt, wie die Erzbischöfliche Pressestelle am Donnerstag in München mitteilte. Jung, der Pfarrer von Sankt Peter in München ist, hatte das Amt nach 19 Jahren niedergelegt. Derzeit gehören dem Verband etwa 3 200 Priester und Diakone an. Der 1919 gegründete Klerusverband ist der Zusammenschluss der Diözesanklerikervereine der Bistümer Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München-Freising, Passau, Regensburg, Speyer und Würzburg. Er erteilt Rat in Fragen des beruflichen und privaten Lebens, gewährt Rechtsschutz und unterstützt Kleriker in ideeller und materieller Hinsicht. Die Gründung geht auf eine Initiative des früheren Münchner Kardinals Michael von Faulhaber zurück. In der Zeit der NS-Diktatur hatte der Klerusverband unter Repressalien gegen katholische Geistliche zu leiden und leistete in etwa 1 000 Fällen rechtliche Beratung. In den 1960er Jahren war die Verdeutlichung und Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils ein wesentliches Anliegen.

Paul Kirchhof (68), langjähriger Bundesverfassungsrichter, ist neuer Vorsitzender des Cusanuswerks, des Begabtenförderungswerks der katholischen Kirche in Deutschland. Er wurde am Donnerstag zum Nachfolger des früheren Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer (79) gewählt, wie das Cusanuswerk am Donnerstag in Bonn mitteilte. Kirchhof und Tietmeyer waren beide Stipendiaten der Einrichtung. Kirchhof ist Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht der Universität Heidelberg. Er leitet zudem die im Jahr 2000 neu gegründete Forschungsstelle Bundessteuergesetzbuch und hat ein neues Steuermodell eines Bundessteuergesetzbuchs erarbeitet. Als Parteiloser gehörte er zum Kompetenzteam der CDU/CSU für die Bundestagswahl 2005. Tietmeyer, seit 1990 Mitglied im Direktorium der Bundesbank und deren Präsident von 1993 bis 1999, war Stipendiat, anschließend Geschäftsführer und schließlich Vorsitzender des Cusanuswerks. Seit 2002 ist er auch Vorsitzender der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk. Er wird am 11. November offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Die Mitgliederversammlung bestätigte zudem den Vizepräsidenten der Bundesbank, Franz-Christoph Zeitler, in seinem Amt als zweiter Vorsitzender des Cusanuswerks. Wiedergewählt wurde auch Wolfgang Schirmer, Vorstandsmitglied MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG, als Beisitzer. Das Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland und vergibt Stipendien an besonders begabte katholische Studierende aller Fachrichtungen. Bislang wurden mehr als 5 000 junge Frauen und Männer gefördert.

Sergio da Rocha (51), bislang Erzbischof von Teresina, ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen Erzbischof von Brasilia ernannt worden. Wie das vatikanische Presseamt am Mittwoch bekanntgab, wird der am 21. Oktober 1959 in Jaboticabal im brasilianischen Bundesstaat Sao Paolo geborene da Rocha Nachfolger von Joao Braz de Aviz. Diesen hatte Benedikt XVI. im Januar dieses Jahres nach knapp sieben Jahren an der Spitze des brasilianischen Hauptstadtbistums zum Präfekten der vatikanischen Ordenskongregation berufen. Die 1960 gegründete und 1966 in den Rang eines Metropolitanerzbistums erhobene Diözese Brasilia zählt nach vatikanischen Angaben gegenwärtig rund 1 470 000 Katholiken. Der neue Erzbischof von Brasilia leitete von 1997 bis 2001 das Priesterseminar von Campinas und lehrte als Professor für Moraltheologie an der dortigen Universität. Im Jahr 2001 wurde er zum Weihbischof des Erzbistums Fortaleza ernannt. Seit September 2008 war da Rocha Erzbischof der Erzdiözese Teresina, zu dessen Bischof-Koadjutor er schon im Januar 2007 berufen worden war.

Petro Herkulan Malchuk (45), bislang Weihbischof in der südostukrainischen Diözese Odessa-Simferopol, ist neuer Bischof der Hauptstadtdiözese Kiew-Schitomir. Zugleich mit der Ernennung nahm Papst Benedikt XVI. das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Bischof Jan Purwinski (76) an, wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte. Benedikt XVI. verlieh Malchuk, der dem Franziskanerorden angehört, den Titel eines Erzbischofs „ad personam“. Das Bistum Kiew-Schitomir, das nach vatikanischen Angaben gegenwärtig 220 000 Katholiken zählt, bleibt somit weiter im Rang einer Diözese.

Norbert Trippen, Kirchenhistoriker und seit 1986 Domkapitular in Köln, wird am Sonntag 75 Jahre alt. Er wurde einem breiteren Publikum als Biograf des Kölner Kardinals Josef Frings (1887–1978) bekannt. Seit 2002 ist Trippen auch Erstansprechpartner bei Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln. Dieses Amt gibt er im August ab. Der gebürtige Düsseldorfer studierte Theologie in Innsbruck, Bonn und Köln und empfing 1962 die Priesterweihe. Mit einer Arbeit über „Das Domkapitel und die Erzbischofswahlen in Köln 1821–1929“ wurde Trippen 1972 an der Bonner Universität promoviert. Er habilitierte sich dort 1975 mit einer Schrift zum Thema „Theologie und Lehramt im Konflikt“ und lehrte anschließend in Bonn als Privatdozent. 1978 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 1976 bis 1989 war er Regens das erzbischöflichen Priesterseminars in Köln. Trippen leitete von 1991 bis 2001 die Hauptabteilung Schule und Hochschule im Generalvikariat. 1981 wurde er zum Kaplan Seiner Heiligkeit, 1992 zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt.

Hermann Glettler, Pfarrer in Graz, ist mit dem „Greinecker-Preis für Zivilcourage 2011“ des ORF ausgezeichnet worden. Der Pfarrer von St. Andrä erhalte die Auszeichnung, weil er sich in vorbildlicher Weise um Migranten bemühe, nach dem Motto „Gelebtes Miteinander als Antwort auf die Vielfalt“, so der ORF in einer Aussendung. Bei der Überreichung des Preises am Dienstag im ORF-Zentrum in Wien unterstrich Glettler die Notwendigkeit der Integration: „Migration wird in den nächsten Jahrzehnten mehr als nur ein Thema sein, und wir werden uns positive Strategien ausdenken müssen.“ Europa dürfe an seiner Grenze keine Mauern aufbauen. Niemand verlasse ohne triftige Gründe sein Heimatland. „Ich möchte mitwirken an einer Gesellschaft, die das Andersartige, die Asylsuchende nicht als Gefährdung betrachtet“, so Glettler. Neben Glettler wurden auch noch Heidi Burkhart, Geschäftsführerin des „Hilfswerk Austria International“, und der Journalist Manfred Fischer ausgezeichnet.