Personalien

Der italienische Kardinal Sergio Sebastiani, (Foto: KNA) früherer Präsident der päpstlichen Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls, hat am Montag das 80. Lebensjahr vollendet. Der am 11. April 1931 im mittelitalienischen Montemonaco geborene Sebastiani stand von 1997 bis 2008 an der Spitze der Kurienbehörde, die eine Art Finanzministerium und Rechnungshof des Vatikan ist. Nach seinem Eintritt in den Dienst des Heiligen Stuhls 1967 und Stationen an den Nuntiaturen in Paris und Madagaskar war Sebastiani von 1985 bis 1994 als Vatikanbotschafter in Ankara tätig. Seit 2001 gehört Sebastiani dem Kardinalskollegium an. Mit dem 80. Geburtstag scheidet Sebastiani aus dem Kreis der zur Papstwahl berechtigten Kardinäle aus. Deren Zahl beträgt nun 115.

Kardinal Ivan Dias, Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, vollendet am Donnerstag das 75. Lebensjahr. Der promovierte Kirchenrechtler und ehemalige Erzbischof von Bombay ist äußerst zurückhaltend gegenüber den Medien. Obwohl sozial engagiert, agiert er auf politischem Parkett sehr vorsichtig. Neben Hindi spricht er Italienisch, Englisch, Spanisch und Französisch; in insgesamt sechzehn Sprachen soll er sich mitteilen können. In seinen zehn Jahren im vatikanischen Staatssekretariat, dem politischen Zentrum der Weltkirche, war er zwischen 1973 und 1982 für die Sowjetunion, für Polen, Bulgarien, für problematische asiatische Staaten wie China, Vietnam und Laos sowie für afrikanische Krisenländer in Süd- und Ostafrika zuständig. Nach seiner Bischofsweihe 1982 war er für fünf Jahre als Pronuntius in Ghana, Togo und Benin, dann bis 1996 als Nuntius erst in Korea, dann in Albanien tätig. Für die Bischofssynode 2001 berief ihn Papst Johannes Paul II. zu einem der drei Präsidenten. Nicht ohne Stolz weist der Kardinal darauf hin, dass die Kirche mit unter zwei Prozent Bevölkerungsanteil ein Fünftel der Schulbildung anbietet, dazu ein Viertel aller Programme für Witwen und Waisen und knapp ein Drittel der Versorgung von Lepra- und Aids-Kranken. Dias, der seit 52 Jahren Priester und seit 2001 Kardinal ist, steht für theologisch traditionelle Positionen und einen wachen sozialen Blick. Mit ihm führt erstmals ein Vertreter der sogenannten Dritten Welt die Kongregation zur Evangelisierung der Völker. Gleichwohl ist zu erwarten, dass Benedikt XVI. schon bald einen Nachfolger benennen wird: Der an Diabetes leidende Dias ist gesundheitlich schwer angeschlagen.

Der im vergangenen Jahr wegen Kindesmissbrauchs zurückgetretene Bischof Roger Vangheluwe ist in ein Kloster in der Loire-Region in Frankreich gezogen. Wie belgische Medien am Montag berichteten, folgte der frühere Bischof damit einer Forderung des Vatikan. Die Glaubenskongregation hatte zuvor einer Mitteilung der Apostolischen Nuntiatur in Belgien zufolge entschieden, zwar seien die Missbrauchsvorwürfe gegen Vangheluwe verjährt; dennoch müsse er Belgien verlassen und sich einer spirituellen und psychologischen Behandlung unterziehen. Der 74-jährige Vangheluwe hatte Ende April 2010 zugegeben, zwischen 1973 und 1986 seinen Neffen sexuell missbraucht zu haben. Sein Rücktritt war daraufhin von Papst Benedikt XVI. unverzüglich angenommen worden. Die Affäre stürzte die katholische Kirche Belgiens in eine tiefe Krise. Das von der belgischen Justiz eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen den früheren Bischof dürfte wegen Verjährung „sehr bald“ eingestellt werden.

Bernhard Rude ist neuer stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP). Der Studienleiter der katholischen Journalistenschule ifp („Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses“) wurde am Wochenende bei der GKP-Jahrestagung in Freiburg zum Nachfolger von Matthias Kopp gewählt. Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz hatte sein Amt aus beruflichen Gründen vorzeitig zur Verfügung gestellt. Hildegard Mathies, Chefredakteurin der Zeitschrift „kontinente“, ist weiterhin Vorsitzende der GKP. Neben Rude ist Michaela Pilters, Redaktionsleiterin beim ZDF, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende. Neu in den GKP-Vorstand gewählt wurden der Hörfunkjournalist Matthias Montag (Radiojournalist) und Christian Breuer, Redakteur der „Rheinischen Post“. Sie treten als Beisitzer die Nachfolge von Rude und Katja Auer an.

Eine neue Haushälterin für Benedikt XVI.: Rossella Teragnoli, Mitglied der geistlichen Gemeinschaft „Memores Domini“, ist zur Unterstützung ihrer drei Mitschwestern in den Apostolischen Palast berufen worden. Das berichtet die Turiner Tageszeitung „La Stampa“. Die Italienerin ist Nachfolgerin von Manuela Camagni, die Ende November am Stadtrand Roms von einem Auto erfasst wurde und tödlich verunglückte. Die neue Haushälterin war bislang in der norditalienischen Gemeinde Soresina als Sozialarbeiterin tätig. Die vier Schwestern kochen für den Papst und seine Gäste und halten dessen Privatgemächer in Ordnung. Die Gemeinschaft „Memores Domini“ ist Teil der katholischen Laienbewegung „Comunione e Liberazione“. Die Mitglieder legen keine Ordensgelübde ab und tragen keine Schwesterntracht. Zusammen mit den beiden Privatsekretären gehören die vier Haushälterinnen zum engeren Kreis der sogenannten päpstlichen Familie.