Personalien

Drei Wochen nach der Ermordung des katholischen Ministers für religiöse Minderheiten, Shahbaz Bhatti, hat die pakistanische Regierung dessen Bruder zum Nachfolger ernannt. Paul Bhatti sei am Donnerstag in Islamabad zum „Sonderberater“ des pakistanischen Ministerpräsidenten Yousuf Raza Gilani für religiöse Minderheiten ernannt worden, berichtet der vatikanische Pressedienst Fides unter Berufung auf Regierungskreise. Er habe die Machtbefugnisse eines Ministers erhalten. Offiziell sei die Ernennung jedoch noch nicht bestätigt. Shahbaz Bhatti war am 2. März in der Hauptstadt Islamabad von Islamisten ermordet worden. Der Katholik war wegen seines Eintretens für eine Änderung des Blasphemiegesetzes sowie einen wirksamen Schutz der christlichen Minderheit des Landes zahlreichen Anfeindungen von islamistischer Seite ausgesetzt. Paul Bhatti hatte laut Fides zunächst Vorbehalte gegen eine Amtsübernahme geäußert. Der bis vor kurzem in Italien lebende Arzt habe jedoch eingelenkt, nachdem die Regierung ihm umfassendere Machtbefugnisse zugesichert habe. Nach seiner Rückkehr nach Pakistan war Bhatti zum Vorsitzenden der „All Pakistan Minorities Alliance“ (APMA) gewählt worden, die sein Bruder 2002 zum Schutz religiöser Minderheiten gegründet hatte.

Die Führungsspitze des Deutschen Caritasverbandes bleibt unverändert. Wie der katholische Wohlfahrtsverband am Mittwoch in Berlin mitteilte, wurden Georg Cremer und Niko Roth von den Mitgliedern des Caritasrats einstimmig für sechs Jahre als Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Die jetzige Amtszeit von Cremer und Roth endet am 30. Juni. Der aus 29 Mitgliedern zusammengesetzte Caritasrat wählt einen Finanz- und Personalvorstand sowie einen Vorstand Sozial- und Fachpolitik. Beide bilden dann zusammen mit dem Präsidenten den Vorstand des Wohlfahrtsverbandes. Von den beiden Vorständen übernimmt einer zusätzlich die Funktion des Generalsekretärs des Deutschen Caritasverbandes; derzeit ist das Politikvorstand Cremer. Caritas-Präsident Peter Neher äußerte bei der Sitzung des Caritasrates seine Hoffnung auf weitere „engagierte, kompetente und innovative Zusammenarbeit“.

Oliver Bühl (39) bleibt NRW-Landesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Er wurde von der Landesversammlung für drei weitere Jahre im Amt bestätigt, wie der BDKJ am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Bühl ist hauptamtlich als Diözesanvorsitzender des BDKJ in Aachen tätig. Den Landesvorsitz übt er ehrenamtlich aus. Als eine seiner wichtigsten Aufgaben bezeichnete Bühl es, den Dialog mit der Politik zu intensivieren. Der Blick von Politikern für Jugendpolitik müsse geschärft werden. Diese sei „eine Querschnittsaufgabe“ und dürfe sich nicht auf Fachausschüsse beschränken. Bei politischen Entscheidungen müssten generell die Auswirkungen auf Jugendliche und Kinder berücksichtigt werden, forderte Bühl.