Personalien

Kardinal Antonio Maria Rouco Varela ist am Dienstag in seinem Amt als Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz bestätigt worden. Deren Vollversammlung wählte den 74-jährigen Erzbischof von Madrid (Foto: KNA) zum vierten Mal zu ihrem Präsidenten. Der Fundamentaltheologe und Kirchenrechtler, der seit 1994 an der Spitze des Hauptstadtbistums steht, leitete den spanischen Episkopat bereits über zwei Sitzungsperioden von 1999 bis 2005. Nach einer dreijährigen Präsidentschaft von Bischof Ricardo Blazquez Perez aus Bilbao wurde Rouco Varela am 4. März 2008 erneut zum Vorsitzenden gewählt. Spanische Medien rechneten mit der Wiederwahl Rouco Varelas, da die Kirche des Landes im Blick auf den Weltjugendtag vom 16. bis 21. August in Madrid durchgreifende Personalveränderungen vermeiden wollte, die die Vorbereitung des internationalen Großtreffens erschweren könnten. Rouco Varela besitzt zudem große Erfahrung mit der Organisation von Massenveranstaltungen. 1989 richtete er als Ortsbischof den Weltjugendtag im nordspanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela aus. Zum kommenden Weltjugendtag mit Papst Benedikt XVI. in der spanischen Hauptstadt werden eine Million Teilnehmer erwartet. Zwar ist Rouco Varela durch das Kirchenrecht gehalten, zu seinem 75. Geburtstag am 20. August seinen Amtsverzicht als Bischof anzubieten; es wird aber damit gerechnet, dass der Papst ihm eine Verlängerung gewährt. Der aus Villalba im Nordwesten des Landes stammende Rouco Varela studierte in Salamanca Theologie und wurde 1959 zum Priester geweiht. In München promovierte er 1964 in Kirchenrecht und lehrte dort zwischen 1966 und 1969 kanonisches Recht. Anschließend wechselte er als Professor an die Päpstliche Universität in Salamanca. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1976 zum Weihbischof und 1984 zum Erzbischof von Santiago de Compostela. 1994 übernahm Rouco Varela die Leitung des spanischen Hauptstadtbistums. 1998 wurde er in den Kardinalstand erhoben.

Nach dem Rücktritt des schwer kranken Kardinals Georg Sterzinsky leitet Weihbischof Matthias Heinrich (56) das Erzbistum Berlin bis zum Amtsantritt eines neuen Erzbischofs. Das Metropolitankapitel Sankt Hedwig wählte ihn am Montag in Berlin zum Diözesanadministrator, wie das Erzbistum bekannt gab. Ein Diözesanadministrator hat Rechte und Pflichten eines Diözesanbischofs. Er darf aber keine Entscheidungen grundsätzlicher Art treffen, die den neuen Bischof in seiner Amtsausübung langfristig binden würden. Heinrich wurde 1954 in West-Berlin geboren. 1981 weihte ihn der damalige Berliner Bischof Joachim Meisner zum Priester. Nach Kaplansjahren berief Meisner ihn 1984 zum Jugendpfarrer und Diözesandirektor des Päpstlichen Werks für geistliche Berufe. Von 1985 bis 1992 sowie von 1994 bis 2005 leitete Heinrich das Priesterseminar des Erzbistums, zeitweise auch die Fort- und Weiterbildung der Priester. Zwischen 1989 und 1993 absolvierte er ein Aufbaustudium in Rom und promovierte 1998 zum Doktor des Kirchenrechts. Im selben Jahr berief Sterzinsky ihn zum Diözesanrichter, seit 2003 leitet er das Personaldezernat. 2009 ernannte Papst Benedikt XVI. ihn zum Weihbischof in Berlin, wo er im selben Jahr die Bischofsweihe erhielt. Ein Weihbischof unterstützt den Diözesanbischof in seinen Leitungsaufgaben.

Der bisherige Kanzler der syrisch-katholischen Kirchenleitung in den Vereinigten Staaten, Yousif Abba, ist neuer Erzbischof von Bagdad. Benedikt XVI. gab am Dienstag offiziell seine Zustimmung zur Wahl, die die Synode der mit Rom unierten Ostkirche bei ihrer letzten Zusammenkunft getroffen hatte. Der Papst bestätigte auch die Synoden-Wahl von Boutros Moshe, der künftig das syrisch-katholische Erzbistum Mossul leiten wird. Das syrisch-katholische Patriarchat von Antiochien hat seinen Sitz in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Der Großteil der syrisch-katholischen Gläubigen lebt vatikanischen Angaben zufolge im Irak, nämlich 42 000.

Kardinal Roger Michael Mahony (75) hat die Leitung des kalifornischen Erzbistums Los Angeles aus Altersgründen abgegeben. Zu seinem Nachfolger ernannte Papst Benedikt XVI. Erzbischof Jose Horacio Gomez (59), wie der Vatikan am Dienstag mitteilte. Gomez war dem Kardinal im vergangenen April als Erzbischof-Koadjutor zur Seite gestellt worden, um einen geschmeidigen Amtsübergang in dem mit 4, 6 Millionen Katholiken größten Bistum der Vereinigten Staaten zu gewährleisten. Gomez, der dem Opus Dei angehört, wirkte zuvor als Erzbischof im texanischen San Antonio.