Papstvertrauter kritisiert Papst

Würzburg (reg) Erzbischof Victor Manuel Fernández, Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien und Konsultor der römischen Kongregation für das katholische Bildungswesen, hat Papst Franziskus für dessen Personalpolitik kritisiert. In einem am Sonntag von der argentinischen Tageszeitung „La Nación“ veröffentlichten Beitrag erklärte Fernández, warum der vormalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, nicht früher „aus dem Verkehr gezogen worden sei“. Fernañdez der als Papstvertrauter und Coautor von „Amoris laetitia“ gilt und das Schreiben mehrfach öffentlich verteidigte, wirft Müller „ein ganz anderes Denken“ vor. Auch der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Robert Sarah, wird von Fernández in die Reihe der Kardinäle eingeordnet, „die denken und reden wie sie wollen, als ob Franziskus nicht Papst sei“. Ausdrücklich kritisiert der Erzbischof Kardinal Sarah dafür, „mit dem Rücken zum Volk“ zu zelebrieren. Zudem könne man nicht davon ausgehen, dass Kurienmitarbeiter – Fernández nennt den Päpstlichen Rat Justitia et Pax – über soziale Themen so dächten wie der Papst.