Papst fordert Werte in der Erziehung an Schulen

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat eine stärker werteorientierte Ausbildung an Schulen und Universitäten gefordert. Die Regierungen müssten den Mut haben, für eine „Festigung der moralischen Autorität“ einzutreten, forderte er am Donnerstag vor mehreren neuen Botschaftern im Vatikan. Oft gäbe der Unterricht keine Antworten auf die Zukunftssorgen der jungen Generation. Es bedürfe jedoch nicht nur einer technischen Ausbildung, sondern einer „Ausbildung zur Aufrichtigkeit des Herzens und des Denkens“. Die Pflicht, zu diesen Werten zu erziehen, dürfe „durch kein noch so geartetes nationales oder supranationales politisches Interesse beschnitten oder geschwächt werden“, betonte der Papst. Die Frage nach Gott und einem tieferen Sinn im Leben dürfe an Schulen und Universitäten nicht ausgeblendet werden. Das Fehlen der religiösen und ethischen Dimension habe zur Folge, dass der jungen Generation oft das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit fehle. Zugleich rief der Papst die Regierungen zum Schutz der Familie auf. Die Gegenwart sei durch eine Evolution der Lebensweisen gekennzeichnet, die Brüche im menschlichen, kulturellen, sozialen und spirituellen Bereich erzeugt habe. Soziale Netze drohten die „natürlichen Räume der Gesellschaft und der Kommunikation“ zu ersetzen und oft zur einzigen Informationsquelle zu werden. Familie und Schule seien immer weniger der „fruchtbare Boden“, der den jungen Generationen Orientierung böte.