Papst besucht Gräber des Ersten Weltkriegs

Vatikanstadt (DT/KNA) Zum Auftakt seines Besuches an der Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkriegs im nordostitalienischen Fogliano besucht Papst Franziskus am 13. September einen Soldatenfriedhof für die österreichisch-ungarischen Gefallenen. Der Papst wird dort gegen 9.15 Uhr einen Kranz niederlegen und beten, wie aus dem am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Programm hervorgeht. Um 10 Uhr feiert Franziskus an der Gedenkstätte von Redipuglia eine Messe und spricht ein Gebet für die Toten aller Kriege. Bei der Eucharistiefeier werden Bischöfe aus mehreren Ländern konzelebrieren. Ihnen übergibt Franziskus anschließend Öllämpchen, die bei den Weltkriegsgedenkfeiern in den jeweiligen Diözesen entzündet werden sollen. Die Messe endet mit der Segnung der Gräber. Bereits um 12 Uhr startet der Papst vom Flughafen Triest zurück nach Rom. Die Gedenkstätte von Redipuglia, 1938 im Auftrag von Staatschef Benito Mussolini errichtet, ist das größte Kriegerdenkmal Europas. Der italienische Soldatenfriedhof Sacrario di Redipuglia, wo die Gebeine von 100 000 Gefallenen ruhen und auf dem die Papstmesse stattfindet, führt in 22 Terrassen einen Hügel hinauf, der im Ersten Weltkrieg hart umkämpft war. Auf dem etwa einen Kilometer entfernten österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof liegen 14 550 Männer begraben. Lediglich 2 500 Gefallene sind identifiziert; die übrigen blieben anonym und liegen in Sammelgräbern. Die Toten beider Armeen fielen zwischen 1915 und 1917 in den Isonzo-Schlachten, bei denen Hunderttausende getötet wurden. Darunter waren auch Angehörige der Familie Bergoglio. Er wolle auch für seine Vorfahren beten, hatte Papst Franziskus bei der Ankündigung seines dreistündigen Besuches gesagt.