Papst: Wo Kinder fehlen, kommen Flüchtlinge

Lissabon (DT/KNA) Der massenhafte Zuzug von Flüchtlingen ist nach Auffassung von Papst Franziskus auch eine Folge der Überalterung Europas. „Wenn ein Land keine Kinder hat, kommen Einwanderer und übernehmen ihren Platz“, sagte der Papst in einem Interview des portugiesischen Senders Radio Renascenca (Montag). In manchen europäischen Ländern wie Italien, Portugal und Spanien gehe die Geburtenrate gegen Null. Wo es einen „Leerraum“ gebe, versuchten Menschen, ihn zu füllen, so der Papst. Schuld an der Entwicklung sei eine „Wohlstandskultur“, in der Ehepaare Reisen oder Anschaffungen den Vorrang vor Kindern gäben, sagte Franziskus. Europas größte Herausforderung sei es, „wieder eine Mutter Europa zu sein“, nicht eine „Großmutter Europa“. Als positive Beispiele verwies der Papst auf Albanien sowie Bosnien und Herzegowina. Dies seien junge Länder, die sich nach einem Krieg wieder aufbauten. Sorge äußerte Franziskus darüber, dass mit den Flüchtlingen Extremisten nach Europa gelangen könnten.