Papst: Katholische Unis müssen kirchentreu sein

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat die nordamerikanischen Bischöfe aufgerufen, die Kirchentreue der katholischen Universitäten sicherzustellen. An solchen Hochschulen dürften nur Personen mit kirchlicher Beauftragung theologische Fächer unterrichten, sagte der Papst am Samstag vor amerikanischen Bischöfen im Vatikan. Dieser kirchenrechtlichen Vorgabe müsse verstärkt Geltung verschafft werden. Ein offensichtlicher Dissens zwischen Repräsentanten katholischer Institutionen und der Kirchenleitung verursache große Verwirrung unter den Gläubigen und schwäche das Zeugnis der Kirche. Die Erfahrung zeige, dass solche Vorfälle ausgenutzt würden, um Autorität und Freiheit der Kirche zu kompromittieren. Zugleich mahnte der Papst ein stärkeres katholisches Profil katholischer Schulen und Universitäten an. Diese hätten es „allzu oft“ versäumt, Schüler und Studenten dazu zu veranlassen, sich ihrem Glauben wieder anzunähern. Die Schulen müssten dafür Sorge tragen, dass der Glaube wieder als Teil der „aufregenden intellektuellen Entdeckungen“ begriffen werde, die eine höhere Bildung ausmachten, forderte Benedikt XVI. Für diese Aufgabe bedürfe es jedoch weitaus mehr als nur eines Religionsunterrichts oder der Anwesenheit eines Kaplans auf dem Campus. Die Vermittlung eines soliden Glaubenswissens an die junge Generation sei gegenwärtig die „dringendste interne Herausforderung“ für die katholische Kirche in den Vereinigten Staaten, hob der Papst hervor. Für viele Studenten entfielen heute Familie, Schule und öffentliche Einrichtungen, die früher eine Weitergabe des Glaubens erleichtert hätten. Die Kirche müsse wirksame Netzwerke schaffen.