Papst-Grüße zum 60-Jahr-Jubiläum

Kardinal Bertone würdigt Friedensbewegung Pax Christi

Kevelaer (DT/Re/KNA) In einer Grußbotschaft zur Feier des sechzigjährigen Bestehens der katholischen Friedensbewegung Pax Christi in Deutschland, hat Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone deren unverzichtbaren Einsatz für den Frieden gewürdigt und herzliche Segensgrüße von Papst Benedikt XVI. übermittelt. In seinem Schreiben an den Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, der Präsident von Pax Christi in Deutschland ist, blickt Bertone auf die Geschichte von Pax Christi in Deutschland zurück und betont die besondere Bedeutung des Gebets für den Frieden. Der Aufruf zum Frieden durchziehe die katholische Soziallehre und die Verkündigung der Päpste, schreibt der Kardinal. Den Ursprung des Friedens sehe die Kirche in einer rechten inneren Ordnung. „Wer sich innerlich im Frieden und in der Liebe Christi geborgen weiß, wer durch die Liturgie und die Sakramente der Kirche im Reich Christi lebt, der vermag Frieden zu verspüren, zu leben und zu stiften.“ Nur die Verwandlung der Herzen führt zur Verwandlung der Welt, betont Bertone.

Mit einem feierlichen Dankgottesdienst an ihrem Gründungsort Kevelaer hatte die katholische Friedensbewegung Pax Christi am Donnerstag ihr 60-jähriges Bestehen in Deutschland gefeiert. Der emeritierte Aachener Weihbischof Karl Reger nannte das Jubiläum einen „Grund zu Dankbarkeit und Freude“ und rief die Vereinigung auf, sich weiterhin „kraftvoll zu entfalten“. An dem Gottesdienst in der Marien-Basilika nahmen zahlreiche Mitglieder und Anhänger von Pax Christi aus Frankreich, den Niederlanden und Polen teil. Der Geistliche Beirat von Pax Christi Aachen, Pfarrer Christoph Stender, rief die Anwesenden in seiner Predigt auf, „nicht mit Friedensworten und Appellen zu sparen“. Der Generalsekretär der deutschen Pax-Christi-Sektion, Reinhard Voß, hatte im Vorfeld des Jubiläums gesagt: „Gewaltfreiheit als Glaubensüberzeugung, als politische Ethik und Vision trägt unsere Bewegung.“ Der Präsident der Bewegung, der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, nannte die Mitglieder „ganz tief gläubige und auch kirchlich engagierte Menschen“. In einem Beitrag für die Fuldaer Bistumszeitung rief Algermissen dazu auf, sich eine tiefe Abneigung gegen jede Form von Gewalt anzueignen. „Jede Gewalt quält den Körper und demütigt den Geist. Sie fängt in Familie und Schule an und hört auf dem Schlachtfeld auf. Kriege fallen nicht vom Himmel. Lange, bevor Gewalt und Krieg ausbrechen, haben sie Eingang gefunden in die Herzen der Menschen. Gewalt und Krieg sind Ausbrüche jener Emotionen und Theorien, die zuvor in unseren eigenen Herzen vergiftend gewirkt haben“, schreibt der Bischof. Frieden bauen bedeute nicht, zu allem Ja und Amen zu sagen. Es könne auch einmal heißen, ungehorsam zu sein. „Wer den Frieden will, darf die Auseinandersetzung um Wahrheit und Gerechtigkeit nicht scheuen. Er muss mit dem Konflikt leben, um den Krieg zu verhindern“, so Algermissen.

Aus Anlass des Pax Christi Jubiläums findet am Wochenende ein Kongress in Berlin statt. Das Leitwort lautet „Handeln aus dem Geist des Friedens und der Versöhnung“.