Ostern in Ägypten ohne Zwischenfälle

Kairo (DT/KNA) Die christlichen Osterfeierlichkeiten in Ägypten haben offenbar ohne größere Zwischenfälle stattgefunden. Trotz der Anschläge auf zwei koptische Kirchen am Palmsonntag seien die Gottesdienste gut besucht gewesen, sagte der katholische deutsche Auslandsseelsorger in Kairo, Joachim Schroedel, am Ostermontag der Katholischen Nachrichten-Agentur. Eine Ausnahme sei lediglich der Hauptgottesdienst der koptisch-orthodoxen Kirche mit Patriarch Tawadros II. gewesen. „Eventuell lag das an den erhöhten Sicherheitsbestimmungen des Staates.“ Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Pressesprecher der katholischen Bischofskonferenz Ägyptens, Rafic Greiche, gegenüber dem vatikanischen Pressedienst „Asianews“ geäußert. Auch wenn die Sorge über mögliche islamistische Attacken verbreitet sei, gebe es kein „Klima der Angst“. Schroedel berichtete über eine Stimmung der Freude und Dankbarkeit in vielen Gemeinden. So hätten die Priester der koptisch-orthodoxen Gemeinden in Maadi, einem Vorort im Süden von Kairo, übereinstimmend gesagt, dass in diesem Jahr mehr Menschen als in den Vorjahren an den Gottesdiensten teilgenommen hätten. „Die Situation ist ernst, aber niemals hoffnungslos“, betonte Schroedel. Bischofskonferenz-Sprecher Greiche sagte, die ägyptischen Christen seien wegen einer leidvollen Geschichte im Grunde an Gewalttaten gewöhnt. „Wir leben mit den Märtyrern.“ Allerdings hätten die jüngsten Anschläge vor allem bei wohlhabenderen Familien wieder den Gedanken an Emigration geweckt. Die Regierung tue zwar ihr Möglichstes, aber es genüge nicht, die Kirchen und kirchlichen Institutionen mit einem Großaufgebot von Soldaten und Polizisten zu schützen, sagte der Sprecher. Man müsse mehr tun, um den Terroristen zuvorzukommen, dazu gehöre vor allem gezielte Aufklärungsarbeit.