Orthodoxe feiern in Bethlehem

Tausende bei Weihnachtsliturgie in der Geburtskirche – Keine Unruhen

Bethlehem (DT/KNA) Unter tausendfacher Beteiligung von Pilgern aus Osteuropa haben Sonntagnacht die orthodoxen Christen in Bethlehem ihr Weihnachtsfest gefeiert. An der Mitternachtsliturgie in der Geburtsbasilika nahm – wie bereits bei den Weihnachtsfeiern der Katholiken im Dezember – Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil. Seit den frühen Morgenstunden strömten einheimische und ausländische Besucher zum Krippenplatz. In den palästinensischen Gebieten gehören die meisten Gläubigen der christlichen Minderheit einer der verschiedenen orthodoxen Kirchen an. Begonnen hatten die Feierlichkeiten am Vormittag mit dem Einzug der koptischen Kirchenführer in die Geburtsbasilika, gefolgt von den syrisch-orthodoxen und der afrikanisch bunten Prozession der Äthiopier. Höhepunkt war mittags der feierliche Einzug des griechisch-orthodoxen Patriarchen, Theophilos III., begleitet von etwa hundert Bischöfen, Priestern und Mönchen. Anschließend begannen die liturgischen Feiern, die ununterbrochen bis in den Montag hinein andauerten.

Während der Mitternachtsliturgie stieg Abbas gemeinsam mit Theophilos III. in die Grotte hinab, die als Geburtsort Jesu verehrt wird; Mönche und Priester sangen Gebete. Zu Unruhen kam es nicht, auch wenn die enge Abfolge der einzelnen Prozessionen und Liturgien zu gewissen Spannungen zwischen einzelnen Konfessionen führte. Vor knapp zwei Wochen hatte eine Schlägerei zwischen griechisch-orthodoxen und armenischen Mönchen während gemeinsamer Reinigungsarbeiten in der Geburtskirche Schlagzeilen gemacht. Die Armenisch-Orthodoxen feiern ihr Weihnachtsfest als letzte christliche Konfession am 19. Januar des Gregorianischen Kalenders. Sie haben als einzige Kirche sowohl den Julianischen Kalender beibehalten als auch die frühkirchliche Tradition, nach der die Feiern der Geburt Jesu mit dem Fest Erscheinung des Herrn zusammenfallen. Ihr Weihnachtsfest liegt deshalb noch einmal zwölf Tage nach dem der anderen orthodoxen Kirchen im Land. Im Westjordanland wiederum, abgesehen von Bethlehem, schließen sich sämtliche orthodoxe Gemeinden alljährlich in einer ökumenischen Geste dem Weihnachtstermin der Katholiken an. Die katholischen Gemeinden dort feiern im Gegenzug Ostern nach der Zeitrechnung der Orthodoxen.