Opfer sprechen bei Missbrauchsgipfel

Vatikanstadt (DT) Beim Missbrauchsgipfel Ende Februar im Vatikan sollen die Bischöfe persönliche Zeugnisse von Opfern hören. Das geht aus einer Mitteilung des Vatikan vom Mittwoch hervor. Demnach ist im Programm des viertägigen Treffens auch eine Bußliturgie sowie eine abschließende Eucharistiefeier geplant.

Der Papst hatte im November vergangenen Jahres die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen der Weltkirche zu einem Treffen in den Vatikan bestellt. Die Tagung über den „Schutz von Minderjährigen in der Kirche“ soll dort vom 21. bis 24. Februar stattfinden. Das Gipfeltreffen wurde in Reaktion auf die neuerlichen Missbrauchskrisen in vielen Ländern, darunter Deutschland, anberaumt. Mit der Vorbereitung des Treffens hatte Franziskus ein vierköpfiges Gremium beauftragt. Diesem gehören die Kardinäle Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, sowie Oswald Gracias, Erzbischof von Mumbai, an. Daneben hatte der Papst den Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, berufen, der bereits als Sonderermittler des Missbrauchsskandals der katholischen Kirche in Chile tätig war. Der deutsche Jesuit und Kinderschutzexperte Hans Zollner fungiert als Kontaktperson des Komitees.

Wie der Vatikan erst jetzt bekannt gab, hatte sich das Vorbereitungskomitee bereits in der vergangenen Woche getroffen. In einer Audienz beim Papst hätten sie diesen über den Stand der Vorbereitungen informiert. Geplant sei neben Plenarsitzungen aller Teilnehmer des Treffens auch die Arbeit in Arbeitsgruppen. Daneben werde es Zeiten des gemeinsamen Gebets geben, bei denen die Bischöfe persönliche Zeugnisse von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche hören sollen. Wie es vom Vatikan weiter hieß, hat Papst Franziskus seinen langjährigen Pressesprecher, den Jesuitenpater Federico Lombardi, mit der Moderation der Plenarsitzungen betraut.