Österreichs Jugend-Bischof: Jeder hat Berufung zum ewigen Leben

Alle Jugendlichen brauchen familiäre Geborgenheit, Bildungschancen, Möglichkeiten, selbst Verantwortung in gestuftem Maß zu übernehmen, und Erwachsene, die sie befähigen, meint Bischof Turnovszky.

Österreichs Jugend-Bischof zur Jugendsynoe
Was brauchen junge Menschen, um sich zu entfalten? Diese Frage ist allen Teilnehmern der Vorsynode zur Bischofssynode gemein gewesen, so Bischof Turnovszky. Foto: Alessandra Tarantino (AP)

Stephan Turnovszky, Österreichs Jugend-Bischof, ist überzeugt, dass jeder junge Mensch eine Sehnsucht im Herzen trägt. „Die Sehnsucht ist eine Stimme Gottes. Sie wird vernehmbar in der Stille, im Existenziellen, in der Ernsthaftigkeit.“ Jeder habe eine Berufung zum ewigen Leben, zu einem Leben in Fülle und zu einer Entfaltung dessen, was Gott in ihn hineingelegt hat. Das erklärt Turnovszky, der Anfang Oktober an der Bischofssynode zum Thema "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidungen" im Vatikan teilnehmen wird, im Gespräch mit der „Tagespost“.

Turnovszky lobt Schlussdokument der Jugendsynode

Was brauchen junge Menschen, um sich zu entfalten? Diese Frage ist allen Teilnehmern der Vorsynode zur Bischofssynode gemein gewesen, so Bischof Turnovszky. Seine Antwort: „Sie brauchen familiäre Geborgenheit, Bildungschancen, Möglichkeiten, selbst Verantwortung in gestuftem Maß zu übernehmen, und Erwachsene, die sie befähigen.“ Auf der Grundlage dieses Konsenses habe man diskutieren können, wie sich dies in unterschiedlichen Kontexten verwirklichen lasse.

Positiv äußert sich Bischof Turnovszky über das Schlussdokument der Jugendsynode: „Da wurde nicht künstlich harmonisiert, sondern unterschiedliche Wirklichkeiten zur Sprache gebracht.“ Jungen Menschen, die in unterschiedlichen Kontexten groß werden, sei auch Unterschiedliches wichtig.

Vorteil der jungen Menschen: sich besser auf andere Lebenswirklichkeiten einstellen zu können

Den Vorteil der Vorsynode gegenüber der Bischofssynode sieht Österreichs Jugend-Bischof darin dass die Teilnehmer jünger waren. „Das ist ein Vorteil, wenn es darum geht, mental flexibel zu sein und sich auf Menschen aus anderen Lebenswirklichkeiten einzustellen.“ Bischöfe gehörten meist der mittleren und älteren Generation an, daher sei das Gespräch unter ihnen möglicherweise „spröder“ als bei den Jugendlichen. Dies kompensierten die Bischöfe mit einem größeren Erfahrungsschatz, so Turnovszky.

Unterstützung erwartet der Bischof von den jungen Menschen, die zur Bischofssynode mitreisen. „Sie werden zwar an der Synode nicht teilnehmen, mich aber als Jugendbischof begleiten.“  

Warum die Autorität der Kirche geschmolzen ist und warum Bischof Turnovszky einen vielfältigen Zugang zum Glauben für legitim hält, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 20. September. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT/mlu