Ökumene: Algermissen beklagt fehlende Vision

Fulda (DT/KNA) Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen vermisst eine gemeinsame Perspektive von evangelischer und katholischer Kirche hinsichtlich einer anzustrebenden Kircheneinheit. „Momentan haben wir keine gemeinsame Vision“, so der Bischof in einem Beitrag für die neueste Ausgabe der Fuldaer Bistumszeitung „Bonifatiusbote“. Algermissen ist stellvertretender Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Während die katholische Kirche sich schon lange von einer sogenannten Rückkehrökumene verabschiedet habe, aber eine sichtbare Einheit nach vorheriger Lösung der Kontroversthemen anstrebe, propagierten die evangelischen Kirchen inzwischen immer stärker eine wechselseitige Anerkennung bei bleibenden Differenzen, schreibt Algermissen. Er räumt ein, ohne Zweifel sei „Einheit in Vielfalt“ ein mögliches Modell. Es stellten sich aber wichtige Fragen: „Wieviel Verschiedenheit ist möglich, ohne die Einheit zu gefährden? Wieviel Einheit ist nötig, damit Vielfalt nicht zur Beliebigkeit verkommt?“ Profilierte Antworten seien im Umfeld eines zunehmenden Relativismus und einer sogenannten Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners besonders wichtig.