Öffentliches Treuebekenntnis zur kirchlichen Ehelehre

Bekenntnis: 80 katholische Persönlichkeiten bekräftigen das traditionelle Ehe- und Familienverständnis. Von Katrin Krips-Schmidt

Berlin (DT) In einer am Dienstag im Internet verbreiteten Erklärung bekräftigt eine Gruppe von 80 katholischen Persönlichkeiten, darunter Kardinäle, Bischöfe, Priester, namhafte Wissenschaftler sowie Vertreter von Familien- und Lebensrechtsorganisationen ihre Treue zur „unveränderlichen und kontinuierlichen Lehre der Kirche über die Ehe“. Die Stellungnahme wurde auf Englisch und Italienisch auf der Webseite www.filialappeal.org/ von der Organisation „Supplica Filiale“ publiziert, die im letzten Jahr mit Blick auf die Bischofssynode über Ehe und Familie 2015 bereits 900 000 Unterschriften gesammelt hatte, um sich mit einer „kindlichen Bitte“ („Supplica Filiale“) an Papst Franziskus wegen einer Klärung der seit der ersten Bischofssynode im Jahr 2014 herrschenden „Verwirrung“ über Kernpunkte der christlichen Moral zu wenden.

Die jetzt veröffentlichte Erklärung beginnt mit der Feststellung, dass zahlreiche Kräfte innerhalb der Gesellschaft Ehe und Familie „zerstören oder entstellen“ wollten. Leider passten sich auch Katholiken unserer „neuheidnischen Gesellschaft“ an. Doch sei die Diagnose des Zweiten Vatikanischen Konzils gültiger denn je: „Polygamie, um sich greifende Ehescheidung, sogenannte freie Liebe und andere Entartungen entstellen diese Würde. Darüber hinaus wird die eheliche Liebe öfters durch Egoismus, bloße Genusssucht und durch unerlaubte Praktiken gegen die Fruchtbarkeit der Ehe entweiht.“ (Gaudium et spes, Nr. 47). Bis vor kurzem sei die katholische Kirche das „Bollwerk der wahren Ehe und Familie“ gewesen. Doch besonders nach den beiden Familiensynoden und der Veröffentlichung von Amoris laetitia würden Irrtümer über diese beiden „göttlichen Institutionen“ verbreitet, mit denen sich nun die Stellungnahme in 27 Punkten auseinandersetzt, wobei sie jede einzelne ihrer als Wahrheit bestätigten Aussagen mit zahlreichen Zitaten aus päpstlichen Lehrschreiben der vergangenen Jahre und Jahrzehnte massiv untermauert.

Die Unterzeichner betonen, dass alle Formen außerehelicher Gemeinschaften dem Willen Gottes erheblich widersprächen. Ehe und ehelicher Akt seien sowohl auf die Zeugung als auch auf die Einheit des Ehepaares hin ausgerichtet. Besonderes Augenmerk wird auf das Elternrecht gelegt. Die „sogenannte Sexualerziehung ist ein grundlegendes und vorrangiges Recht der Eltern, die stets – ob zuhause oder in Bildungszentren – unter ihrer aufmerksamen Aufsicht“ stattfinden müsse. Darüber hinaus wird das geweihte Leben als „objektiv hervorragender als die Ehe“ angesehen. Die Erstunterzeichner der Erklärung stellen weiter fest, dass es „niemals eine Gleichstellung zur Ehe oder eine gesetzliche Anerkennung von irregulären Verbindungen zwischen Mann und Frau oder zwischen Paaren gleichen Geschlechts geben kann“. Außerdem widersprächen irreguläre Verbindungen von Katholiken, die nicht kirchlich getraut sind oder Geschiedene, die eine zivile Ehe eingegangen sind, „der christlichen Ehe radikal“. Dies sollte als „eine sündhafte Lebensweise oder als eine ständige Gelegenheit zur schweren Sünde“ betrachtet werden.

Für die Unterzeichner ist das Gewissen „nicht der Ursprung von Gut und Böse“, sondern es ermahne zu der Erkenntnis, „wie eine Handlung mit dem göttlichen und dem natürlichen Gesetz übereinstimmen müsse“. Daher könne man das Sechste Gebot und die Unauflöslichkeit der Ehe nicht als „bloße Ideale ansehen, nach denen es zu streben gelte“. Zivil „wiederverheiratet“ Geschiedene, die „ihrer schweren Verpflichtung zu einer Trennung nicht nachkommen, sind moralisch verpflichtet, als ,Bruder und Schwester‘ zusammenzuleben und öffentliches Ärgernis zu vermeiden“. Darüber hinaus sind solche Paare, „die sich in voller Kenntnis und Zustimmung für ihre Lage entschieden haben, keine lebendigen Glieder der Kirche, da sie sich in einem Zustand der schweren Sünde befinden“. Zur Heilung dieser Situation ruft die Stellungnahme zum Empfang des Bußsakramentes auf. Der Beichtvater solle dabei „sicherstellen, dass die Beichtenden die Absolution und Gottes Vergebung aufrichtig wünschen und entschlossen sind, ihr Verhalten zu überprüfen und zu korrigieren“. Zivil „wiederverheiratet“ Geschiedene, die jedoch in ihrem „objektiven Zustand des Ehebruchs“ verharren, können nicht die Absolution empfangen und nicht zum Empfang der Kommunion zugelassen werden. Gegen Ende erinnern die Unterzeichner an eine schon fast vergessene Lehre der Kirche: „Nach der Logik des Evangeliums sind Menschen, die im Zustand der Todsünde, unversöhnt mit Gott, sterben, zur ewigen Hölle verdammt.“

Die Erklärung schließt mit der Bekräftigung, dass „das klare Lehren der Wahrheit ein Werk von herausragender Bedeutung der Gnade und Barmherzigkeit ist“, und sie verweist auf die „Verpflichtung von Bischöfen, Priestern und katholischer Christen einstimmig ihren Glauben an die unveränderlichen Lehren über die Ehe, wie er von den Aposteln empfangen wurde, zu verkünden.“