Nuntius: Keine Änderung bei Geschiedenen

Berlin (DT/KNA) Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Perisset, hat angesichts der neuen Debatte über Reformen in der Kirche vor überhöhten Erwartungen gewarnt. Auch bei der Frage der wiederverheiratet Geschiedenen sei „die Lehre der Kirche klar und mit einer Veränderung nicht zu rechnen“, sagte der Vertreter des Papstes in Berlin am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Nach derzeitiger katholischer Lehre sind Eheleute, die nach einer Scheidung wieder heiraten, nicht zur Eucharistie zugelassen. In diesem Zusammenhang hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in einem Interview von einer „Frage der Barmherzigkeit“ gesprochen und erklärt, er erwarte noch zu seinen Lebzeiten Änderungen. Perisset betonte, eine Nichtteilnahme an der Kommunion bedeute keineswegs einen Ausschluss aus der Kirche. „Die Barmherzigkeit Gottes kennt vielfältige Wege“, erklärte der Nuntius. Es sei eine Frage der inneren Ehrlichkeit, nach dem Scheitern des Eheversprechens auch den Schmerz zu ertragen. Zudem gebe es in einigen Fällen die Möglichkeit, die Gültigkeit der Ehe zu überprüfen.