Neuer Streit um „Pro Reli“

Schulsenator Zöllner: Integrationsaufgabe der Schulen gefährdet

Berlin (DT/KNA) Auf scharfe Kritik ist ein Interview des Berliner Schulsenators Jürgen Zöllner (SPD) zum Volksentscheid „Pro Reli“ gestoßen. Darin hatte er am Wochenende erklärt, ein erfolgreicher Volksentscheid gefährde die Integrationsaufgabe der Schulen. Die Berliner stimmen am 26. April darüber ab, ob die Schüler zwischen gleichberechtigten Fächern Ethik und Religion wählen können.

Der Berliner Landesbischof Wolfgang Huber warf Zöllner in der „Bild“-Zeitung (Montag) vor, er wolle den Staat allein darüber bestimmen lassen, nach welchen Werten sich Integration vollziehe. Der entscheidende Wert sei aber die Freiheit. Die frühere Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU) erklärte im selben Blatt, Zöllner disqualifiziere die anderen Bundesländer, in denen Ethik nicht alleiniges Pflichtfach ist. Der Vorsitzende der Initiative „Pro Reli“, Christoph Lehmann, bezeichnete Integration als Aufgabe aller Fächer. Sie setze voraus, dass die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit wahrgenommen würden und eine Wahlmöglichkeit erhielten.