PFARRER FLORIAN RACINE.

„Nagender Gebetshunger“

Pfarrer Florian Racine. Foto: Privat
Pfarrer Florian Racine. Foto: Privat

Der französische Weltpriester Florian Racine hat 2007 in der Diözese Fréjus-Toulon (Frankreich) die Priestervereinigung der Missionare von der Heiligsten Eucharistie ins Leben gerufen. Die Mitglieder gehen in Pfarreien und helfen den Gemeinden, die Immerwährende Anbetung zu gestalten. Die Priestervereinigung konzentriert sich derzeit auf französische Pfarrgemeinden, reagiert jedoch auch zunehmend auf Anfragen aus dem Ausland. In Rom stand sie pars pro toto für junge Gemeinschaften, deren Mitglieder die eucharistische Anbetung besonders fördern wollen. Mit Pfarrer Racine sprach Regina Einig.

Erleben wir gerade ein Comeback der eucharistische Anbetung in der Kirche?

Die eucharistische Anbetung ist seit einiger Zeit wieder im Kommen. Das war ein Herzensanliegen des seligen Johannes Pauls II.. Schon zu Beginn seines Pontifikats hatte er die Initiative ergriffen, die immerwährende Anbetung im Petersdom eingerichtet und alle Pfarrgemeinden zur Anbetung vor dem Allerheiligsten ermutigt. Dieses Thema wurde auch bei allen eucharistischen Weltkongressen behandelt. Was der selige Johannes Paul II. auf den Weg gebracht hat, setzt Papst Benedikt XVI. fort. Seit seiner Wahl zum Nachfolger Petri wird an fünf Orten in Rom Tag und Nacht Anbetung in den Anliegen der Kirche gehalten. Diese klare römische Linie ist in Frankreich vor allem von jungen Gemeinschaften aufgegriffen worden. Das ist ein frischer missionarischer Wind in der Kirche. Sie alle schöpfen ihren missionarischen Schwung aus der eucharistischen Anbetung.

Wie wirkt sich das aus?

Immer mehr Pfarreien errichten ein Zelt für die eucharistische Anbetung. Und die Zahl der Gemeinden, die eine 24-Stunden-Anbetung organisieren möchten, wächst.

Welche Erfahrungen machen Sie in den Pfarrgemeinden, die sich an die Priestervereinigung der Missionare von der Heiligsten Eucharistie wenden?

Innerhalb der Kirche herrscht ein nagender Gebetshunger. Viele Gläubige wollen beten. Gleichzeitig stehen sie unter starkem Termindruck und haben Mühe, Zeit für das Gebet zu finden. Die ewige Anbetung ist eine Antwort auf ihre Sehnsucht. Eine Anbetungskapelle, in der jeder eingeladen ist, eine Stunde Anbetung pro Woche zu halten, hilft den Pfarrangehörigen, ihren Herzenswunsch zu verwirklichen und ihr geistliches Leben aktiver zu gestalten.

Wie sieht Ihr Beitrag vor Ort aus?

Wenn wir in einer Pfarrei die ewige Anbetung organisieren, legen wir Wert darauf, dass dies ein Gebet in und mit der Kirche ist. Wir wollen nicht nur in den persönlichen Anliegen der Gläubigen beten, auch wenn diese natürlich dazugehören. Es geht uns aber auch um die stellvertretende Fürbitte. Immer betet ein Pfarrmitglied für alle aus der Gemeinde, die ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Dieser Dienst an den anderen prägt alle, die sich an der ewigen Anbetung beteiligen.