Aachen

Nach Druck: Pfarrei sagt Podium mit Alexander Tschugguel ab

Misereor und Uni-Mentorat protestieren gegen Veranstaltung mit Pachamama-Aktivist

Misereor und Uni-Mentorat protestieren gegen Veranstaltung mit Pachamama-Aktivist
Sie ist das Symbol der Amazoniensynode schlechthin: die Pachamama. Foto: Paul Haring (MediaPortal KNA Katholische Nach)

Die katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud in Herzogenrath (Bistum Aachen) hat nach innerkirchlichem Druck eine Diskussionsveranstaltung mit dem österreichischen Aktivisten Alexander Tschugguel abgesagt. Tschugguel erlangte öffentliche Bekanntheit, da er „Pachamama“-Figuren während der  Amazonas-Synode aus einer römischen Kirche entfernte und im Tiber versenkte. Der Akt war auf Ablehnung, aber auch auf Zustimmung bis in höchste Kreise der katholischen Kirche gestoßen.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud wollte Tschugguel nun im Rahmen ihrer monatlichen „Montagsgespräche“ die Möglichkeit geben, sich kritischen Fragen zu stellen. Da die Bistumsleitung hierin Spaltungspotential sah, mussten die Veranstalter von der Durchführung in ihren Räumen Abstand nehmen.

Studentenmentorat griff zu Nazivergleich

Darüber hinaus sprach das kirchliche Hilfswerk Misereor in einer umfangreichen Erkärung von einem „Schlag gegen die Menschen Amazoniens“ durch Tschugguel. Das Mentorat der Lehramtstheologen an der RWTH Aachen zog eine Parallele mit dem Holocaust-Gedenken. Wörtlich hieß es in einer im Internet verbreiteten Meldung, hätte man „am 27.1.20 noch an die Greuel des Nazi-Regimes gegenüber den jüdischen Menschen gedacht“, so sei nun „zu mahnen: wer religiöse Symbole versenkt, bald eventuell auch gewillt (ist, Anm. der Redaktion) Menschen zu versenken.“

Rodheudt: Erkenntnisgewinn durch "Montagsgespräche" trotz Absage

Pfarrer Guido Rodtheudt von St. Getrud in Herzogenrath betont, dass „Gelegenheit zum offenen Diskurs eingeräumt werden“ sollte und dass es „im Kern darum gehen (sollte, Anm. der Redaktion), die Frage der Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Adaption nichtchristlicher Kulthandlungen zu diskutieren“.

Bedauernd stellt Rodheudt nun fest, dass das Montagsgespräch mit Tschugguel „ohne überhaupt stattzufinden, auf diese Weise einen interessanten Erkenntnisgewinn“ erbracht habe

(DT/kaj)

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier.