Moskau bricht Dialog mit Lutheranern ab

Moskau (DT/KNA) Wegen der kirchlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren hat das orthodoxe Moskauer Patriarchat den Dialog mit einigen lutherischen Kirchen eingestellt. Zu solchen Konfessionen wolle die russisch-orthodoxe Kirche „keine Kontakte“, sagte der Außenamtschef des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, am Montagabend vor Journalisten in Moskau. Er warf den Lutheranern „Verrat am Christentum“ vor. Einzelne protestantische Kirchen wie die evangelische-lutherische Kirche Schwedens trauen seit ein paar Jahren homosexuelle Paare. Damit hätten sie eine Grenze überschritten, so Hilarion. Gleichgeschlechtliche Paare dürften nicht die gleichen Rechte haben wie Ehepaare aus Mann und Frau. Sonst zerstöre das nicht nur die Familie, sondern Europa. Er verwies darauf, dass auf dem Kontinent die Bevölkerungszahl sinke. Die russisch-orthodoxe Kirche gilt mit mehr als 150 Millionen Gläubigen als die mit Abstand größte orthodoxe Nationalkirche der Welt. Eigenen Angaben zufolge sind es allein in Russland 100 Millionen, zwei Drittel der Bevölkerung.