Mixa bittet um Verzeihung

Erzbischöfe Zollitsch und Marx raten Augsburger Oberhirten zu einer Auszeit

Freiburg/Augsburg (DT/KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx haben dem Augsburger Bischof Walter Mixa eine Ruhepause nahegelegt. Wie Zollitsch am Mittwoch in Freiburg sagte, haben er und Marx in den vergangenen Tagen mehrere Male mit Mixa gesprochen. Dabei hätten sie „mit ihm überlegt, wie er in der derzeit schwierigen Situation im Bistum Augsburg zur Beruhigung beitragen und ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könnte, um eine Atmosphäre größerer Sachlichkeit bei den notwendigen und auch von ihm gewünschten Klärungen zu bewirken“.

Eine öffentliche Entschuldigung von Bischof Walter Mixa war das Resultat einer mehr als vierstündigen außerordentlichen Sitzung des Augsburger Priesterrats. „Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung“, wurde Mixa in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Priesterrats zitiert. Personelle Konsequenzen verlangte das Gremium vorerst nicht.

Dagegen wünschen sowohl der Priesterrat als auch die Ordinariatskonferenz eine rasche und lückenlose Aufklärung der Vorwürfe. In beiden Gremien hatten die von Mixa beauftragten externen Rechtsanwälte umfassend über ihre Erkenntnisse zu den Anschuldigungen gegen den Bischof berichtet, wie es in einer Erklärung des Bistums vom Dienstagabend heißt. Der Priesterratssprecher Bernhard Ehler erklärte auf Anfrage, eine vollständige Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Mixa sei notwendig. „Wir brauchen mehr Klarheit, und zwar bald.“ Das Gespräch mit dem Bischof habe am Montag in einer „offenen und vertrauensvollen Atmosphäre“ stattgefunden. Vor dem Zusammentreffen sei der Ausgang völlig offen gewesen, sagte Ehler. Dabei seien im Vorfeld gegensätzliche Erwartungen an den Priesterrat herangetragen worden. Die einen hätten verlangt, dem Bischof angesichts einer laufenden Kampagne den Rücken zu stärken. Andere hätten vom Priesterrat erwartet, dass er Mixa den Rücktritt nahelege. Es müsse alles getan werden, um verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen, sagte Ehler weiter. Dies sei im Interesse aller.

Auch der Priesterrat des Katholischen Militärbischofsamtes in Berlin beschäftigte sich am Dienstag mit der Angelegenheit. Mixa soll in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen zwischen 1975 und 1996 mehrere Heimkinder geschlagen und Mittel der Heimstiftung satzungswidrig verwendet haben. In der Kritik steht Mixa außerdem, weil er zuerst jegliche körperliche Gewalt gegen Kinder abstritt, nach zwei Wochen aber einräumte, möglicherweise die eine oder andere Ohrfeige verteilt zu haben.