Mit der Morallehre überkreuz

Umfrage zu Ehe und Familie und Sexualität: Katholiken leben nicht nach Weisungen der Kirche

Köln (DT/KNA) Eine Befragung des Erzbistums Köln zu Ehe, Familie und Sexualität offenbart eine tiefe Kluft zwischen kirchlicher Lehre und Leben der Katholiken. „Insgesamt wird die Lehre der Kirche als welt- und beziehungsfremd angesehen“, hieß es bei der Vorstellung der Ergebnisse am Freitag in Köln. Viele praktizierende Katholiken könnten die Ablehnung künstlicher Mittel zur Empfängnisverhütung und homosexueller Partnerschaften nicht nachvollziehen. Die Umfrage wurde Anfang November von Papst Franziskus initiiert, um Erkenntnisse für die außerordentliche Weltbischofssynode zum Thema Familie im Oktober 2014 zu gewinnen.

Nach Worten des Leiters der Hauptabteilung Seelsorge, Martin Bosbach, handelt es sich nicht um eine repräsentative Umfrage. Allerdings spiegele das Ergebnis die Mehrheitsmeinung der aktiven Katholiken. Der hohe Anspruch der kirchlichen Lehre stimme offenbar nicht mit dem Leben der Menschen überein. Die Morallehre der Kirche in Fragen der Geburtenregelung wird größtenteils nicht akzeptiert, heißt es. Viele Jugendliche fänden besonders das Kondomverbot nicht nachvollziehbar.

Laut Untersuchung leben fast alle Paare, die um eine kirchliche Trauung bitten, bereits zusammen, oft schon über Jahre. Die Zahl der Feiern, bei der Trauung und Kindtaufe zusammenfallen, nehme zu.