Missionarin in der Stadt

Zum Gedenktag der seligen Maria Pilar Izquierdo Albero am 27. August. Von Katrin Krips-Schmidt

Die selige Maria Pilar Izquierdo Albero stammte aus einer armen Familie. Sie wurde am 27. Juli 1906 im spanischen Saragossa als drittes von fünf Geschwistern geboren. Schon als Kind arbeitete sie in einer Schuhfabrik, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Mehrere Schicksalsschläge sollten sie in ihrem kurzen Leben ereilen. Bei einem Sturz 1926 aus der Straßenbahn brach sie sich das Becken. Nach dem Ausbruch einer Krankheit im darauffolgenden Jahr verlor sie das Augenlicht und sie wurde von Lähmungen befallen. Zehn Jahre war sie ans Bett gefesselt. Maria Pilar pendelte zwischen Krankenhaus und ihrem Zimmer auf dem Dachboden ihres Elternhauses hin und her. Doch sie nutzte diese Zeit, die sie dem Kreuz Christi näherbrachte, um zu beten und sich über eine religiöse Berufung klar zu werden.

Für Maria Pilar war es von entscheidender Bedeutung, dass Christus zu den Menschen als Arbeiter gekommen war, der seinen Handwerksberuf als Zimmermann mit seiner Mission der Evangelisierung verband. Sie machte es sich zur Aufgabe, „das tätige Leben des Herrn auf Erden durch Werke der Barmherzigkeit nachzuahmen“, wie sie einmal sagte.

Als sie am 8. Dezember 1939, am Fest der Unbefleckten Empfängnis, die heilige Messe besuchte, wurde sie beim Empfang der Kommunion auf wunderbare Weise augenblicklich von ihren Leiden geheilt. Sie konnte wieder sehen und zum ersten Mal seit Jahren wieder laufen.

Sogleich machte sie sich auf in die Hauptstadt, nach Madrid, wo sie ihr Missionswerk, das sich den Bedürftigen der Stadt widmete, in die Tat umsetzte. Ihre erste Gründung, die „Missionarinnen von Jesus und Maria“, erkannte der Bischof zunächst an. Trotz ihrer guten Absichten traf sie auf Widerstand, und der Bischof forderte sie auf, ihre Arbeit zu beenden, und es wurde ihr für mehrere Jahre verboten, ihr Apostolat weiter auszuüben. 1942 wurde der Orden unter dem Namen „Fromme Missionarinnen von Jesus, Maria und Josef“ erneut bischöflich genehmigt, doch nach zwei Jahren sah Maria Pilar sich „Verleumdungen, Intrigen und Missverständnissen“ ausgesetzt, die sie zwangen, sich aus der von ihr selbst gegründeten Gemeinschaft zurückzuziehen. Gemeinsam mit neun weiteren Gefährtinnen, die sie begleiteten, zog sie nach San Sebastian, wo sie ein Jahr später, am 27. August 1945, mit erst 39 Jahren starb.

Johannes Paul II. nahm Maria Pilar am 4. November 2001 in das Verzeichnis der Seligen auf.