Missionar mit Seeleneifer für die Herde

Zum Gedenktag des heiligen Ezechiel Moreno y Diaz am 19. August. Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige Ezechiel Moreno y Diaz wurde am 9. April 1848 in Alfaro in Nordspanien als drittes von sechs Kindern einer tiefgläubigen armen Schneiderfamilie geboren. Dem Vorbild seines Bruders Eustachius folgend, trat er im September 1864 bei den Augustiner-Rekollekten ein, ein 1588 in Spanien gegründeter Bettelorden strenger Observanz, der der Augustinerregel folgt. Schon bald wurde er – wie es seinem Wunsch entsprach – in die Mission entsandt.

Mit siebzehn weiteren jungen Ordensbrüdern bestieg er ein Schiff, landete im Februar 1870 an der Küste der Philippinen und gelangte in die Hauptstadt Manila. Nach seiner Priesterweihe am 5. Juni 1871 wirkte er über fünfzehn Jahre in einem aufopferungsvollen Dienst unter der Inselbevölkerung. 1885 wurde er in seine Heimat zurückbeordert, wo ihm als Oberer des Seminars im Kloster in Monteagudo fortan die Ausbildung der künftigen Missionare seines Ordens für die spanischen Kolonien auf den Philippinen und in Lateinamerika oblag. Als Freiwilliger ging er 1888 mit sieben weiteren Missionaren nach Kolumbien, wo er als Provinzial das Ordensleben der Augustiner-Rekollekten in der alten Ordensprovinz Candelaria erneuern sollte. Sein engagierter Einsatz und seine fruchtbare Missionsarbeit selbst in den schwierigsten Regionen des Landes waren so beeindruckend, dass er 1894 zum Titularbischof von Pinara und zum ersten Apostolischen Vikar von Casanare ernannt wurde. 1895 erfolgte seine Ernennung zum Bischof von Pasto. Während seiner Amtszeit verwüstete der „Krieg der tausend Tage“ durch Auseinandersetzungen zwischen der konservativen und der liberalen Partei Kolumbien und dessen damalige Provinz Panama. In dieser schwierigen Situation ergriff Bischof Moreno Partei gegen die Liberalen und erwies sich als entschiedener Verteidiger der Kirche.

Als bei ihm Nasenkrebs diagnostiziert wurde, rieten die Ärzte zu einer Rückkehr nach Europa. Aber der tatkräftige Seelenhirte wollte seine Herde nicht verlassen. Doch im Dezember 1905 brachte ihn ein Schiff zurück nach Spanien, wo er sich mehreren Operationen unterzog. Er starb am 19. August 1906 in Monteagudo, wo er auch zur letzten Ruhe gebettet wurde.

Bischof Moreno wurde am 1. November 1975 von Papst Paul VI. seliggesprochen. Bei seiner Pastoralreise in die Dominikanische Republik anlässlich der Fünfhundertjahrfeier der Evangelisierung Amerikas nahm Papst Johannes Paul II. den eifrigen Hirten am 11. Oktober 1992 in das Verzeichnis der Heiligen auf.