Missbrauchsvorwurf gegen deutschen Bischof

Hildesheim (DT/KNA) Zum ersten Mal richten sich gegen einen katholischen Bischof in Deutschland Missbrauchsvorwürfe. Der 1988 verstorbene Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen soll Ende der 1950er Jahre bis Anfang der 1960er Jahre einen Jungen missbraucht haben, wie das Bistum Hildesheim am Freitag berichtete. Die Diözese halte die Schilderungen des Betroffenen für plausibel. Janssen wurde 1957 zum Bischof geweiht. Damit beziehen sich die Vorwürfe auf seine Zeit als Bischof. Bischof Norbert Trelle zeigte sich bestürzt. Der Vorgang sei im Frühjahr 2015 an das Bistum herangetragen worden. Die Diözese habe den Antrag des Mannes auf Anerkennung des Leids an die Deutsche Bischofskonferenz weitergeleitet. Laut Bistum erhielt er eine Anerkennungszahlung von 10 000 Euro. Der Mann hatte Trelle zufolge den Wunsch geäußert, den Missbrauch strikt vertraulich zu behandeln. Dem sei das Bistum aus Gründen des Opferschutzes gefolgt. Wegen einer Presse-Anfrage zu den erhobenen Vorwürfen sehe sich die Diözese nun jedoch in der Pflicht, die Öffentlichkeit über Anzeige zu informieren. Das Bistum berichtete, dass der Mann weitere Geldforderungen gestellt habe, denen das Bistum aber nicht entsprochen hat.