Missbrauch: Englischer Bischof schlägt außerordentliche Synode vor

Er fühle sich verpflichtet, einen konstruktiven Vorschlag zur Aufarbeitung des jüngsten Missbrauchsskandals anzubieten, so Philip Egan, Bischof von Portsmouth. In einem Schreiben wendet er sich an Papst Franziskus.

Missbrauch in der katholischen Kirche
„Sexueller Missbrauch durch Geistliche scheint ein weltweites Phänomen innerhalb der Kirche zu sein“, schreibt Egan an den Papst. Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild)

Philip Egan, Bischof im englischen Bistum Portsmouth, hat vorgeschlagen, angesichts der jüngsten Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche eine außerordentliche Bischofssynode einzuberufen. Diese Idee brachte er in einem Schreiben an Papst Franziskus zum Ausdruck, das auf der Webseite seines Bistums veröffentlicht wurde.

Außerordentliche Synode zum Leben und Wirken von Geistlichen

Die Notwendigkeit solch einer außerordentlichen Zusammenkunft der Bischöfe sei ihm angesichts der jüngsten Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche in der US-Kirche deutlich geworden, so Bischof Egan, insbesondere im Zuge des Berichts einer Grand Jury im Bundesstaat Penssylvania. Darin werden rund 300 zumeist verstorbene Priester beschuldigt, in den vergangenen 70 Jahren mindestens 1 000 Kinder und Jugendliche missbraucht zu haben. Auch die Missbrauchsfälle in Irland, Chile und Australien hätten eine Rolle für sein Schreiben gespielt, so Egan weiter.

„Sexueller Missbrauch durch Geistliche scheint ein weltweites Phänomen innerhalb der Kirche zu sein“, schreibt Egan an den Papst. „Als Katholik und als Bischof erfüllen mich diese Enthüllungen mit tiefer Sorge und Scham.“ Neben dem Bedürfnis, seine Trauer zum Ausdruck zu bringen, fühle er sich verpflichtet, einen „konstruktiveren Vorschlag“ anzubieten. Daher wolle er den Papst bitten, eine außerordentliche Synode zum Leben und Wirken von Geistlichen einzuberufen.

Treffen könnte von Laien organisierter Kongress vorausgehen

Solch einem Treffen, lautet der Vorschlag Egans weiter, könne ein von den Bischöfen besuchter „Kongress“ vorausgehen. Der sollte aber von Laien organisiert werden, die besondere Expertise in kirchlichen Missbrauchsfällen vorzuweisen hätten und wüssten, wie man Kinder und andere verletzliche Personen umfassend schützen kann. Die Ergebnisse des Bischofstreffens könne man dann im Rahmen einer formalen Sitzung der Bischofssynode in Rom verwenden.

DT/mlu

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