Missbrauch: Bischof von Trier räumt Fehler ein

Ackermann: Leitlinien nicht konsequent umgesetzt

Trier (DT/KNA) „Gravierende Fehler“ im Umgang mit Missbrauchsfällen in seinem Bistum hat der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann eingeräumt. Die Vorgaben der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch seien nicht so konsequent umgesetzt worden, wie dies hätte geschehen müssen, schreibt Ackermann in einem kürzlich veröffentlichten Brief an alle Mitarbeiter des Bistums. Der Bischof versichert zugleich, dass es „kein Abweichen von der Linie einer Nulltoleranz gegenüber dem schändlichen Verbrechen sexueller Gewalt gibt“.

Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz ist, bezieht sich auf zwei Fälle, in denen auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Beide Priester räumen die Missbrauchstaten ein. Ein Saarbrücker Ruhestandspfarrer gab zu, in den 1980er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben. Nachdem die Diözese Trier von den Ermittlungen erfuhr, wurde ihm verboten, öffentlich Gottesdienste zu feiern. Nach Bistumsangaben wurden auch weitere innerkirchliche Schritte eingeleitet. Dem zweiten Priester wird vorgeworfen, Anfang der 1970er Jahre in Trier einen Messdiener missbraucht zu haben. Das Opfer wandte sich selbst an den Missbrauchsbeauftragten des Bistums. Daraufhin wurde der Pfarrer beurlaubt. Vom „vollen Umfang der Vergehen“ des Saarbrücker Pfarrers erfuhr Ackermann erst im Sommer. Dennoch hätten die bereits im Januar von der Polizei übermittelten Hinweise genügen müssen, um schon damals eine Beurlaubung auszusprechen.