Minorit wehrt sich

Franziskaner weist Missbrauchsvorwürfe als „Intrige“ zurück

Würzburg (DT/KNA) Der Würzburger Franziskaner-Minorit Damian Mai hat die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn als „Intrige“ bezeichnet. „Ich habe mich nie einem Kind oder Jugendlichen in sexueller Absicht genähert“, sagte der 76-jährige Pater der Würzburger „Mainpost“ (Montag). Vergangene Woche meldeten sich vier Betroffene, die ihm Missbrauch vorwerfen und sich unter anderem auf seine Tätigkeit als Rektor des ordenseigenen Sankt Ludwig Kollegs in Bonn beziehen. Mindestens ein Fall soll in der Zeit um 2000 und 2001 geschehen sein, wie das Bischöfliche Ordinariat Würzburg berichtet hatte.

In seiner Reaktion bezieht sich Mai auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bonn, die 1976 auf eine Selbstanzeige des Paters hin eingeleitet, jedoch mangels Tatverdacht eingestellt wurden. Ihm habe kein „strafrechtlich relevanter Vorwurf“ gemacht werden können, so der Ordensmann. Seine jetzige öffentliche Reaktion auf die Vorwürfe sei nötig, „da ich sonst keine Chance habe“, sagte Mai.

In einer Zeitung hatte vor mehr als einer Woche ein ehemaliger Schüler von körperlichen Annäherungen gesprochen, außerdem sei der Pater „ziemlich jähzornig“ gewesen und habe „hart zugeschlagen“. Ein weiterer Betroffener berichtete ähnliches. Das Ordinariat in Würzburg sprach von einer „gewissen Übergriffigkeit“ sowie „Kritik an den Erziehungsmethoden“. Er habe bestimmt einmal einen Jungen in den Arm genommen, berichtet nun der Pater. „Aber Küsse auf den Mund gab es nicht“. Auch Anschuldigungen, es sei zu körperlichen Misshandlungen gekommen, weist Mai zurück. „Eine Backpfeife habe ich mal ausgeteilt, aber ich bin kein Schläger. Das ist nicht mein Erziehungsstil.“

Der Pater, der 1977 nach Würzburg in das dortige Kloster seines Ordens kam, ist seit Montag vom Bistum Würzburg von seiner Tätigkeit in der Diözese bis zur Klärung der Vorwürfe beurlaubt. Dort war er als Diözesankaplan der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ), als Geistlicher Begleiter der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Sport und des Ortsverbands Würzburg der Deutschen Jugendkraft (DJK) tätig. Der Provinzial der Franziskaner-Minoriten, Leo Beck, hatte am Donnerstag Versäumnisse früherer Verantwortlicher eingeräumt. Diese hätten Mai schon allein aufgrund des Verdachts nicht wieder in der Jugendarbeit einsetzen dürfen. Beck ist erst seit zwei Jahren Provinzial. Kritik am Orden kam auch vom Erzbistum Bamberg. Der Pater hatte in Nürnberg unter anderem eine Ganztagesbetreuung für Schüler organisiert. Dagegen gibt es auch Unterstützer Mais. So hatte sich bereits vergangenen Donnerstag die DJK Würzburg hinter den Pater gestellt. Auch aktive und ehemalige KSJ-Mitglieder sind empört, wie Medien und Diözesanleitung mit ihrem derzeit beurlaubten Diözesankaplan umgingen. Es ist von „Rufmord“ die Rede. Sie fordern eine Rehabilitation.