Migration; Vatikan warnt vor Reichen-Ghettos

Genf (DT/KNA) Der Vatikan hat vor neuen sozialen Ghettos als Folge der Migration gewarnt. In vielen Städten schützten sich Bessergestellte mit Mauern „vor der Unsicherheit, die aus der sozialen Ungleichheit kommt“, erklärte der UN-Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, laut einem am Mittwoch verbreiteten Statement. Solche sogenannten „Gated Communities“ mit Zugangsbeschränkungen und Überwachungsanlagen bildeten „eine Art Enklave für die wohlhabende Klasse“. Der Vatikan-Diplomat kritisierte, Lebensstandard, Annehmlichkeiten und Infrastruktur in diesen exklusiven Vierteln seien nicht vergleichbar mit dem, was Menschen außerhalb erlebten. Das Verhältnis zwischen Stadt und Migranten müsse überdacht werden, sowohl hinsichtlich der Gestaltung des urbanen Raums wie auch in den Beziehungen der unterschiedlichen sozialen Gruppen. Tomasi äußerte sich anlässlich der Vorstellung des Weltmigrationsberichts der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Dienstag. Demnach leben bereits jetzt 54 Prozent der Weltbevölkerung in Städten; bis 2050 wird sich ihre Zahl auf 6,4 Milliarden verdoppeln. Zuwanderung wird dabei ein stärkerer Wachstumsfaktor als Geburten.