Metropolit Augoustinos versichert Kardinal Woelki seine brüderliche Solidarität

Kommunionstreit: Griechisch-orthodoxe Kirche in Deutschland sieht Einzelfallregelungen mit Skepsis.

Augoustinos Lambardakis
Erzbischof Augoustinos Lambardakis, Metropolit von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Foto: A. Kordik

Beim Jahresempfang 2018 der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland am Sitz des Metropoliten in Bonn ging es auch um innerkatholische Fragen. Der Metropolit Augoustinos Lambardakis begrüßte unter den zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den Religionsgemeinschaften auch den Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki: „Ihre diesjährige Teilnahme und insbesondere die freundliche Annahme meiner Bitte, heute zu uns zu sprechen, verleiht dem Jahresempfang im 55. Jahr des Bestehens der Metropolie einen besonderen Glanz und eine besondere Bedeutung“, so Metropolit Augoustinos. Kardinal Woelki sprach zum Thema „Ganz erlöst, weil ganz von Gott angenommen“.

In „brüderlicher Hilflosigkeit“ verfolge die Griechisch-Orthodoxe Kirche die Diskussionen, die zur Zeit in der Katholischen Kirche stattfinden. „Und in brüderlicher Solidarität wünschen wir Ihnen und Ihrer Kirche, jene Lösungen zu finden, welche die Kirchenlehre und die pastorale Verantwortung miteinander in Einklang bringen“, fügte Metropolit Augoustinos. Den orthodoxen Christen seien „die Herausforderungen der konfessionsverschiedenen Ehen  genau so bekannt“ wie den Katholiken.

„Die orthodoxen Christen“, erläuterte der Metropolit den Standpunkt seiner Kirche, „sprechen gern von der 'Oikonomia', jener Möglichkeit, eine kirchliche Vorschrift oder Regel zu übergehen, wenn es dem Heil der betreffenden Person, eben ihrer Oikonomia, dienlich ist. Aber kein geringerer als der Ökumenische Patriarch Bartholomaios, dessen Namenstag uns ja heute zum Jahresempfang zusammengeführt hat, hat einmal gesagt: 'In dem Augenblick, in dem man die Möglichkeiten der Anwendung von Oikonomia definiert, wird die Oikonomia selbst zur Regel oder zur Vorschrift'“.

Zur Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland gehören über 70 Kirchengemeinden mit über 150 Gottesdienststätten. Etwa 450.000 griechisch-orthodoxe Christen gehören den Gemeinden an. Damit ist die Metropolie die größte orthodoxe Diözese Deutschlands.

DT (Josef Bordat)