Memorandum: Bistum mit Priestern im Gespräch

Freiburg (DT/KNA) Der Freiburger Generalvikar Fridolin Keck hat die Initiatoren des Priestermemorandums über Kirchenreformen zu einem Gespräch eingeladen. An dem Treffen am kommenden Donnerstag werde auch Erzbischof Robert Zollitsch teilnehmen, erklärte das Bistum. Ein Sprecher der Reforminitiative begrüßte das Gesprächsangebot. Es sei sehr wichtig, die Positionen im direkten Gespräch auszutauschen. Die Unterzeichner wollten dem Erzbischof ihre große Besorgnis mit Blick auf den Ausschluss von Geschiedenen von den Sakramenten direkt schildern. Anlass des Gesprächs ist der von fast 200 Priestern und Diakonen unterstützte Internet-Aufruf „Kirche 2012“ zu Reformen im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, die nach dem Kirchenrecht vom Kommunionempfang ausgeschlossen sind. Die Unterzeichner fordern rasche Änderungen. Zugleich machen sie öffentlich, dass sie in ihren Gemeinden Geschiedene nicht länger ausschließen. „Uns ist bewusst, dass wir damit oft gegen derzeit geltende kirchenrechtliche Vorschriften der römisch-katholischen Kirche handeln“, heißt es in der Erklärung. Die Bistumsleitung kritisierte das Memorandum als weder hilfreich noch konstruktiv. Zwar teile man die Grundanliegen des Aufrufs, Geschiedenen neue Möglichkeiten der Beheimatung in der Kirche zu eröffnen. Ein öffentliches Bekunden, sich bewusst über das Kirchenrecht hinwegzusetzen, sei aber nicht hilfreich, heißt es in einem Schreiben Kecks an alle Priester des Bistums. Das Memorandum werde der Komplexität der mit dem Thema verbundenen theologischen und seelsorglichen Fragen nicht gerecht.