Meisner verteidigt kirchliche Beratung

Köln (DT/KNA) Kardinal Joachim Meisner hat die Eigenständigkeit und „kirchliche Kenntlichkeit“ katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberatung unterstrichen. „Als katholische Kirche fordern und vertreten wir unmissverständlich das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen von der Zeugung an“, schreibt der Kölner Erzbischof am Donnerstag auf der Internetplattform „direktzu.kardinal-meisner.de“. Eine Zusammenarbeit etwa mit Schwangerenberatungsstellen, „deren Beratung im Ergebnis auch die Abtreibung als Möglichkeit offen hält“, nannte Meisner „unmöglich“. Der Kardinal reagierte mit seinem Beitrag auf den Hinweis eines Users, wonach die kirchlichen Beratungsstellen dem Deutschen Arbeitskreis für Jugend-, Ehe- und Familienberatung (DAKJEF) angehören, bei dem wiederum auch die Organisation Pro Familia Mitglied ist. Pro Familia aber betreibe vier Abtreibungskliniken in Deutschland, so der Vorwurf. In seiner Antwort erläutert Meisner, der Austausch in der Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene umfasse „keine Unterstützung politischer Anliegen oder ethischer Haltungen, die unvereinbar mit der Lehre der Kirche sind“. Eine „Abtreibung mit kirchlichem Segen“, wie der Fragesteller es formuliert hatte, könne es niemals geben, so der Kardinal. „Darüber hinaus können wir auch nicht zulassen, dass das eindeutige kirchliche Zeugnis für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens verdunkelt wird, und sei es durch solche institutionellen Berührungspunkte wie gemeinsame Arbeitskreise.“ Der Kardinal verweist auf die „esperanza“-Beratungsstellen im Erzbistum Köln. Für sie gelte „ein dem Leben zugewandtes, wert- und zielorientiertes Beratungsverständnis, das eine Abtreibung ausschließt. Stattdessen werde die Beratung hier mit konkreter Hilfe verknüpft, durch die „ein tragfähiges Netz für ein Leben mit dem Kind“ entstehe. Die Internetplattform „direktzu.kardinal-meisner.de“ besteht seit Pfingsten 2011.