Meisner lobt und kritisiert Laien-Papier

Köln (DT/KNA) Ein Papier der katholischen Laien im Erzbistum Köln ist bei Kardinal Joachim Meisner auf ein geteiltes Echo gestoßen. In einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erklärung begrüßte der Kölner Erzbischof, dass der Diözesanrat der Katholiken sich zur gesellschaftlichen Verantwortung bekenne und für Sonntagsschutz, Lebensschutz und den Erhalt katholischer Grundschulen eintrete. Zugleich bedauert der Kardinal das Votum des Laiengremiums, Priestern den Zölibat freizustellen, das Priesteramt für Frauen zu öffnen und konfessionsverschiedenen Paaren die gemeinsame Teilnahme am sakramentalen Leben der Kirchen zu ermöglichen. Meisner kritisiert, dass der positive Blick auf die Anregungen des Diözesanrates „erheblich verdunkelt“ werde durch „Äußerungen, die die Lehre der katholischen Kirche verunklaren oder gar ihr widersprechen“. Die Äußerung zur Zölibatsfrage „habe ich eigentlich schon so erwartet“, schreibt der Erzbischof. Diese Position trage aber zur Frage der Priesterberufungen überhaupt nichts bei. „Der Diözesanrat bleibt hier lediglich mutlos im Mainstream der sattsam bekannten veröffentlichten Meinung stecken.“ Der Empfang des Sakramentes der Eucharistie setze die volle Kirchengemeinschaft voraus und verlange eine dem katholischen Glauben entsprechende Lebensweise, so Meisner. Zum Thema Priesteramt verweist der Kardinal auf das Apostolische Schreiben vom 22. Mai 1994. Darin habe Papst Johannes Paul II. verbindlich erklärt, dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten hätten. Dem widersprechende Forderungen, so Meisner, irritierten und lähmten die Kräfte, die für die Glaubensverkündigung in dieser Gesellschaft dringend gebraucht würden. Der Diözesanrat hatte vorige Woche ein Thesenpapier mit dem Titel „Mut zum Handeln“ veröffentlicht.