Meisner: Einsätze prüfen

Soldatengottesdienst ohne Verteidigungsminister

Köln (DT/KNA) Erstmals seit vielen Jahren hat der amtierende Verteidigungsminister nicht am internationalen Soldatengottesdienst im Kölner Dom teilgenommen. Karl Theodor zu Guttenberg ließ sich bei der Feier am Donnerstag durch Staatssekretär Christian Schmidt (beide CSU) vertreten. Von 2006 bis 2009 war Franz Josef Jung (CDU) jeweils als Minister an den Rhein gekommen, in den Jahren zuvor Peter Struck (SPD). Beide wandten sich im Anschluss der Feiern jeweils auch an die versammelten Soldaten. Guttenberg nahm am Donnerstag Termine in Berlin wahr. Bei der diesjährigen Feier rief der Kölner Kardinal Joachim Meisner zur Bewahrung des Friedens und zur Abwägung des Einsatzes militärischer Gewalt auf. Die Verantwortung für die Schöpfung verlange von der Menschheit manchmal die schwierige Entscheidung, für Frieden und Gerechtigkeit zu militärischen Mitteln greifen zu müssen, sagte er. Die Lehre der Kirche aber lasse Gewalt nur als allerletztes Mittel zu. „An die Regierenden müssen wir deshalb appellieren: Überprüft immer wieder, ob die militärischen Mittel angemessen sind“, so der Kardinal. Meisner stellte den Zusammenhang zwischen Frieden und Bewahrung der Schöpfung her. So sei etwa in südlichen Ländern der Erde Wasser zur Mangelware geworden und damit zum Druckmittel und Anlass für bewaffnete Auseinandersetzungen. Auch sei das ökologische Problem ein theologisches. Weil sich die Menschen von Gott entfernt hätten, stillten sie ihren „unersättlichen Ewigkeitshunger an den Gütern der Welt“. Die aber seien endlich. Wenn den Menschen Gott wiedergegeben würde, dann finde „die Welt einen gnädigen Menschen, der sie hütet und bewahrt“. An dem Gottesdienst aus Anlass des Weltfriedenstages nahmen gut 1 500 Soldaten der deutschen, britischen, belgischen, amerikanischen und niederländischen Streitkräfte teil. Während der Messe demonstrierten gut hundert Friedensaktivisten vor dem Dom gegen Wehrpflicht und die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Sie riefen Parolen wie „Blut an den Händen“ und hielten Plakate mit dem Slogan „Raus aus Afghanistan“ in die Höhe.