Meinungsaustausch ist zu wenig

Kardinal Woelki: Mit Atheisten über gemeinsame ethische Basis sprechen

Berlin (DT/KNA) Kardinal Rainer Maria Woelki hat Christen und Atheisten zum Dialog aufgerufen. Ein bloßer Meinungsaustausch wäre aber zu wenig, sagte der Berliner Erzbischof in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es müsse auch um das gesellschaftliche Miteinander in einer multikulturellen und multireligiösen Stadt wie Berlin gehen. „Dazu gehört eine gemeinsame ethische Basis“, betonte der Kardinal. Woelki äußerte sich anlässlich der vatikanischen Dialoginitiative „Vorhof der Völker“, die ab Dienstag zwei Tage in der Hauptstadt zu Gast ist. Dabei sprechen Christen und Atheisten aus Politik, Wissenschaft und Kultur unter anderem in Foren über „Freiheitserfahrungen mit und ohne Gott“. Der Kardinal betonte, es gebe viele Atheisten, die sich mit hohem menschlichem Ethos für die Gesellschaft einsetzen. „Das ist etwas, das ich respektiere und würdige“, betonte Woelki.

Mit Christen verbinde sie die Sehnsucht nach Frieden und sozialer Gerechtigkeit, aber auch die Fragen nach der Schuld und dem Bösen. „Es sind diese großen Menschheitsfragen, die im Dialog miteinander ausgelotet werden müssen“, erklärte der Kardinal. Nichtglaubende Menschen ließen sich auf das Gespräch mit Christen ein, „wenn man authentisch ist“, so Woelki. „Wenn man bereit ist, die eigene Position zu klären und zu verdeutlichen. Und wenn man das dann nicht nur theoretisch oder intellektuell tut, sondern auch klar wird: Das, wofür ich stehe, versuche ich auch zu leben.“