Mehr Angebote für Jugendliche

Zweite Jugendwallfahrt ins Zisterzienserkloster Bochum Stiepel soll Anstöße für die Zukunft geben. Von Sebastian Pilz

In einer Prozession ziehen die Jugendlichen zum Gnadenbild in der Klosterkirche derZisterzienser in Bochum-Stiepel. Foto: S. Pilz
In einer Prozession ziehen die Jugendlichen zum Gnadenbild in der Klosterkirche derZisterzienser in Bochum-Stiepel. Foto: S. Pilz

Bochum (DT) „Es war schön zu sehen, dass es noch andere Jugendliche gibt, die katholisch sind und Freude am Glauben haben“, fasst Claudia Schulz aus Mülheim an der Ruhr ihre Eindrücke von der zweiten Jugendwallfahrt zusammen. Die Wallfahrt stand unter dem Leitwort des diesjährigen Weltjugendtags „In Ihm verwurzelt und auf ihn gegründet, fest im Glauben“.

Die heilige Messe mit Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg und das Konventamt mit Neupriester Pater Edmund Waldstein OCist aus dem Stift Heiligenkreuz waren die geistlichen Höhepunkte der Wallfahrt. Weihbischof Andreas Laun verdeutlichte in seiner Predigt, wie Maria zur Mutter der Kirche werde. So wie sie Jesus zu den Menschen bringe, solle die Kirche Gott in die Welt bringen. „Wir sollten aufhören, über Strukturen zu streiten, Gott ist das Ziel allen kirchlichen Tuns“, sagte der Salzburger Weihbischof. Dabei rief er die Jugendlichen auf, glücklich den katholischen Glauben zu leben und die Kirche zu lieben, auch wenn man die Vertreter in einigen Haltungen kritisieren könne. Allen Anwesenden wünschte er eine tiefe Gottessehnsucht, die stets wachse und zum Glück der Seele führe.

In Katechesen und Diskussionsrundensetzten sich die jungen Pilger, die aus dem Ruhrgebiet, aber beispielsweise auch aus Fulda, nach Bochum reisten, mit dem Weltjugendtagsmotto auseinander. Nils Sönksen von der „Generation Benedikt“ stellte in seinem Referat fest, dass die Menschen in der heutigen Gesellschaft immer weniger nach der christlichen Hoffnung fragten. Deshalb ermutigte er die Jugendlichen zum profilierten Leben aus dem Glauben. „Unser Lebensstil muss den Anstoß geben, das wir angesprochen werden“, sagte der Sprecher der „Generation Benedikt“. Gebet, Nächstenliebe und die regelmäßige Beichte seien ein wesentlicher Grundstein für das in Christus verwurzelte Leben.

Als einen besonderen Lebensweg aus der Liebe zu Christus stellten die „Kleinen Schwestern und Brüder von Lamm“ ihre Gemeinschaft vor. Fünf Schwestern aus Kevelear und zwei Brüder aus Wien berichteten, wie sie das Erbetteln von Speisen als einen missionarischen Dienst verstehen. „Wir klopfen an die Türen der Häuser, um deutlich zu machen, dass es eigentlich Gott ist, der an die Herzen eines jeden Menschens klopft“, erklärt Schwester Cécile ihr Pilgerleben. Die Schwestern und Brüder gestalteten mit ihrem mehrstimmigen Gesang auch die Gebetszeiten vor dem Allerheiligsten sowie das Konventamt am Sonntag mit. Des weiteren beteiligten sich Mitglieder der Jugend Legio Mariae, der Gruppe „Totus Tuus“, der Jugendgebetsgruppe Adler und der Christkönigsjugend an der Gestaltung des geistlichen Programms.

Gabriele Kuby erläuterte in ihrem Referat, wie der Begriff „gender“ von einem anfangs grammatikalischen Begriff zu einer Ideologie zweckentfremdet wurde. Sie warnte vor dem großen Einfluss der sogenannten Nicht-Regierungsorganisationen, über die eine Vielzahl homosexueller Vereinigungen die internationale Politik mitbestimmen. Sie rief die Jugendlichen zur Wachsamkeit gegenüber einer schleichenden Sprachverwirrung auf. Werte wie Freiheit, Toleranz und Vielfalt würden dazu verwendet, die Gender-Ideologie in die Köpfe zu bringen. Ziel sei, alle gleich zu machen und die Freiheit zur selbstständigen sexuellen Orientierung per Gesetz zu legitimieren. Dies widerspreche der Natur und verletze die Würde des Menschen sowie die Werte von Ehe, Familie und Mutterschaft. Gabriele Kuby sagte: „Es kostet euch viel Kraft, gegen diesen Strom zu schwimmen. Aber mit der Gnade Gottes könnt ihr diesen Weg gehen und damit einen Dienst für Generationen leisten.“ David Ianni, Painist und Komponist, gab zum Abschluss der Jugendwallfahrt ein Konzert mit Werken von seiner aktuellen CD „Night Prayers“.

Ortbischof Franz-Josef Overbeck bekundete seine Freude über die Jugendwallfahrt in einem Grußwort, das der neue Prior vom Kloster Bochum-Stiepel, Pater Pirmin Holzschuh OCist, verlas. Der Essener Ortsbischof rief den Jugendlichen in Erinnerung, den Glauben an Jesus Christus dankbar als Geschenk anzunehmen und ihn zu pflegen. Gerade die liturgischen Feiern sollten helfen, Gottes Gegenwart näher zu spüren. Im Gespräch mit dem Kloster regte Bischof Overbeck eine Ausweitung der Jugendwallfahrt an.

Pater Pirmin Holzschuh OCist sieht die Ausweitung des Angebots für Jugendliche als notwendige Herausforderung für das Kloster. „Ich bemerke, dass die Gottesdienste von viel zu wenig jungen Menschen besucht werden. Das muss sich ändern“, sagte der 43-jährige Prior gegenüber der „Tagespost“. „Wir müssen ernsthaft überlegen, wie wir für Jugendliche eine ansprechende Liturgie gestalten. Die Jugendvigil, die alle vier Wochen in der Mutterabtei Heiligenkreuz stattfindet, ist die beste ihrer Art in Österreich. Diese Feier möchte ich als Vorbild für Bochum nehmen“, so Pater Pirmin. Damit kommt er auch den Wunsch vieler junger Teilnehmer der diesjährigen Jugendwallfahrt nach. Claudia Schulz sagte gegenüber der „Tagespost“: „Die Wallfahrt könnte öfters sein. Ich komme auf jeden Fall nächstes Jahr wieder.“