Mazedonien hofft auf Papstbesuch 2010

Skopje/Rom (sb) Die Republik Mazedonien hat Papst Benedikt XVI. am Freitag offiziell zu einem Besuch im kommenden Jahr eingeladen. Außenminister Antonio Milososki übergab das Einladungsschreiben von Staatspräsident Gjorge Ivanov am Freitag im Vatikan an Erzbischof Dominique Mamberti, der für die Beziehungen des Heiligen Stuhls zu den Staaten zuständig ist. Die christdemokratische Regierung in Skopje hofft, dass Benedikt XVI. im kommenden August oder September nach Skopje und Ohrid kommt. Dies würde die interreligiöse Toleranz und die harmonischen ökumenischen Beziehungen in Mazedonien unterstreichen, meinte Außenminister Milososki in einem Telefongespräch mit dieser Zeitung im direkten Anschluss an seine Begegnung mit Erzbischof Mamberti. Unmittelbarer Anlass der Einladung ist der 100. Geburtstag der seligen Mutter Teresa, die am 27. August 1910 in Skopje – der heutigen Hauptstadt Mazedoniens – zur Welt kam. Anfang dieses Jahres wurde im Stadtzentrum von Skopje mit Unterstützung der Regierung ein Mutter-Teresa-Haus eröffnet. Milososki unterstrich gegenüber der „Tagespost“, dass ein Besuch des Papstes bei allen Gläubigen in Mazedonien ungeteilte Zustimmung finde, auch bei der dominierenden Mazedonisch-Orthodoxen Kirche und bei den Muslimen des Landes. Der Außenminister sieht in einem Papstbesuch aber auch „ein Zeichen der Unterstützung für die europäischen Ambitionen“ seines Landes. Schließlich unterstütze der Vatikan die Bemühungen der Balkanländer um Integration in die Europäische Union, so Milososki, der dem Papst neben der Hauptstadt Skopje auch das geschichtsträchtige Ohrid, „unsere spirituelle Hauptstadt“, empfiehlt. Ein solcher Besuch werde über Mazedoniens Grenzen hinaus ausstrahlen und auch viele Gläubige aus dem Kosovo, aus Albanien und der Vojvodina anziehen, meinte der Außenminister.