Marx gegen „primitiven Kapitalismus“

Quito/München (DT/KNA) Die katholische Kirche hat nach den Worten des Münchner Kardinals Reinhard Marx die Aufgabe, die Globalisierung mitzugestalten. Nur so könne etwas dem weltweit sich breit machenden „primitiven Kapitalismus“ entgegengesetzt werden, sagte Marx am Freitag bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. „Nie aufzuhören, die Welt zu verbessern, das ist eine ethische Anforderung, die gerade in der christlich inspirierten westlichen Welt zu spüren ist.“ An der Veranstaltung mit dem Titel „Die Katholische Soziallehre und die notwendige Transformation der lateinamerikanischen Gesellschaft“ nahmen Vertreter aus ganz Lateinamerika teil, Bischöfe ebenso wie engagierte Laien. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen müssten nach dem Leitbild der verantwortlichen Freiheit gestaltet werden, betonte der Kardinal. Nötig sei daher, Institutionen zu schaffen, die dem Gemeinwohl dienten, die das Übel verunmöglichten und dem Einzelnen in seiner Würde aufhelfen würden. Politik, Märkte und Gesellschaft müssten neu justiert werden. Denn in den vergangenen 20 Jahren sei oft eine „Kapitulation der Politik“ zu beobachten gewesen, die nur noch als „Handlanger der Wirtschaft“ fungiert habe. Ebenso abzulehnen sei aber auch, dass der Staat die Wirtschaft regiere. Auf der Suche nach einem neuen Weg gelte es dicke Bretter zu bohren.